Altes Hausmittel? Wirkt Backpulver gegen vorhandene Zahnverfärbungen?

Fast jeder Mensch wünscht sich strahlend weiße Zähne. Doch Koffein, Nikotin und Nikotin sorgen oft für Zahnverfärbungen. Helfen Hausmittel, um die Zähne wieder weißer zu bekommen? (Bild: nenetus/fotolia.com)
Alfred Domke
Unschöne Zahnverfärbungen: Helfen Hausmittel wie Backpulver?
Zähne können nur selten natürlich weiß gehalten werden. Durch den Genuss von Rotwein, Kaffee, Tee oder Zigaretten verfärben die Zähne. Manche versuchen dann, mit speziellen Zahncremes gegen Zahnverfärbungen vorzugehen. Andere setzen auf Hausmittel wie Backpulver. Hilft das aber wirklich?

Wunschgebiss soll weiß wie Schnee sein
Nach den Wunschvorstellungen vieler Menschen sollten die Zähne am besten weiß wie Schnee sein. Die Realität sieht leider oft anders aus: Rotwein, Zigaretten oder Tee verfärben die Zähne. Angeblich sollen sogenannte Whitening-Zahncremes die Zähne weißer machen, indem sie solche Beläge entfernen, doch laut manchen Experten wird damit letztlich der Wiederverfärbungseffekt sogar noch verstärkt. Doch was hilft für ein schönes weißes Lächeln?

Fast jeder Mensch wünscht sich strahlend weiße Zähne. Doch Koffein, Nikotin und Nikotin sorgen oft für Zahnverfärbungen. Helfen Hausmittel, um die Zähne wieder weißer zu bekommen? (Bild: nenetus/fotolia.com)
Fast jeder Mensch wünscht sich strahlend weiße Zähne. Doch Koffein, Nikotin und Nikotin sorgen oft für Zahnverfärbungen. Helfen Hausmittel, um die Zähne wieder weißer zu bekommen? (Bild: nenetus/fotolia.com)

Helfen Hausmittel gegen Zahnverfärbungen?
In manchen Internet-Ratgebern wird dazu geraten, Backpulver, Zigarrenasche oder Zitronensaft gegen verfärbte Zähne auszuprobieren. Was ist an solchen Tipps dran? In einem Bericht der „Kölnischen Rundschau“ sagte der am Carree Dental in Köln praktizierende Zahnarzt Dr. Jochen Schmidt: „Diese Hausmittel sind alles andere als optimale natürliche Bleichmittel.“

Laut dem Implantologen bewirken die enthaltenen Säuren und Schmirgelsubstanzen „das Gegenteil des gewünschten Effekts“. Er warnte: „Sie zerstören den Zahnschmelz und lassen das darunterliegende Zahnbein immer stärker durchschimmern.“

Zähne jeden Tag gut pflegen
Um strahlend schöne Zähen zu haben, muss man sie täglich gut pflegen. „Regelmäßiges Zähneputzen bietet den besten Schutz vor Karies und hässlichen Verfärbungen“, so Dr. Schmidt. Dabei kommt es auch stark auf die richtige Technik an. Rütteln und Streichen ist laut Zahnmedizinern besonders sinnvoll.

Nikotin, Koffein und Rotwein sollten – wenn überhaupt – nur in Maßen genossen werden. „Ansonsten führen diese Genussmittel über kurz oder lang zu unschönen Ablagerungen von Farbstoffen auf der Zahnoberfläche“, erläuterte der Mediziner. Da klebrige Lebensmittel wie Honig, Schokosnacks oder Bananen die Plaquebildung zusätzlich beschleunigen, sollte auch hier seltener zugegriffen werden.

Keine Weißmacher-Zahncremes bei freiliegenden Zahnhälsen
Zwar können spezielle Zahnpasten dank des Wirkstoffs Titandioxid Zahnoberflächen aufhellen, wenn Kaffee, Tee, Rotwein und Tabak ihre Spuren hinterlassen haben, doch manche Produkte reiben den Zahnschmelz stark ab und sollten deshalb nicht täglich angewendet werden. Am besten wird zuvor der Zahnarzt um Rat gefragt. „Sind die Zähne von Natur aus gelblich, so zeigen Weißmacher-Zahncremes übrigens kaum einen Effekt“, erklärte Dr. Schmidt. Bei freiliegenden Zahnhälsen sollten sie keinesfalls verwendet werden.

Grundfarbe der Zähne ist erblich bedingt
Wenn sich die Verfärbungen im Zahnschmelz abgelagert haben, hilft laut dem Experten oft nur noch ein Bleaching: „Bei dieser Methode verändert eine chemische Oxidation die Farbpigmente im Zahnschmelz so sehr, dass die Zähne anschließend hell und sauber wirken“, so der Zahnarzt. Allerdings ist die Grundfarbe der Zähne erblich bedingt und außerdem wird der Zahnschmelz im Laufe des Lebens immer dünner, so dass das darunter liegende Zahnbein immer dunkler durchschimmert. Da helfen auch gründliches Zähneputzen und Bleachings nichts.

In manchen Fällen können Verblendschalen helfen. Diese sogenannten Veneers sind Keramikschalen, die auf den Zahn aufgeklebt werden. Der Zahn muss dafür vorher etwas abgeschliffen werden, dann verblendet das Veneers verfärbte Stellen.

„Home-“ oder „Power-Bleaching“
Beim Bleaching wird zwischen verschiedenen Formen unterschieden. Beim sogenannten „Home-Bleaching“ fertigt der Zahnarzt eine Bleichschiene aus Kunststoff an, die mit einem aufhellenden Gel gefüllt ist. Diese wird vom Patienten jeden Tag einige Stunden daheim getragen.

Beim „Power- oder In-Office-Bleaching“ hingegen verwendet der Zahnarzt laut dem Bericht Präparate in weitaus höherer Konzentration. Dieses Verfahren kommt daher ausschließlich in der Zahnarztpraxis zum Einsatz. Zwar gibt es auch in Apotheken und Drogerien diverse Produkte für das Zähneweißen zu Hause, doch deren Wirkung ist aufgrund der reduzierten Konzentration des Bleichmittels deutlich reduziert. (ad)

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