Alzheimer: Neue Therapie reduziert deutlich gefährliche Plaques im Gehirn

Laut US-Forschern führt die Behandlung mit dem Antikörper Aducanumab bei Patienten mit frühen Formen von Alzheimer zu einer deutlichen Abnahme der Beta-Amyloid-Plaques. Auch der Abbau der geistigen Fähigkeiten verlangsamt sich. (Bild: Juan Gärtner/fotolia.com)
Alfred Domke
Neue Therapie führt zu deutlicher Abnahme der typischen Plaques bei Alzheimer
Allein in Deutschland leiden rund 1,5 Millionen Menschen an Demenz, die meisten von ihnen haben Alzheimer. Zwar ist die neurodegenerative Krankheit bislang nicht heilbar, kann aber im Anfangsstadium mit Medikamenten hinausgezögert werden. Einer Studie zufolge könnte eine neue Therapie gegen schädliche Ablagerungen im Gehirn helfen.

Ursachen von Alzheimer noch unbekannt
Weltweit suchen Forscher nach Möglichkeiten zur Behandlung der Alzheimer-Krankheit, deren genaue Ursachen noch immer unbekannt sind. Es wurden zwar immer wieder vermeintliche Erfolge gemeldet, doch ein wirklicher Durchbruch ist bislang nicht gelungen. Ein möglicher Behandlungsansatz ist der Abbau der schädlichen Eiweißablagerungen im Gehirn der Betroffenen. Forscher aus den USA scheinen hier einen Schritt weiter gekommen zu sein.

Laut US-Forschern führt die Behandlung mit dem Antikörper Aducanumab bei Patienten mit frühen Formen von Alzheimer zu einer deutlichen Abnahme der Beta-Amyloid-Plaques. Auch der Abbau der geistigen Fähigkeiten verlangsamt sich. (Bild: Juan Gärtner/fotolia.com)
Laut US-Forschern führt die Behandlung mit dem Antikörper Aducanumab bei Patienten mit frühen Formen von Alzheimer zu einer deutlichen Abnahme der Beta-Amyloid-Plaques. Auch der Abbau der geistigen Fähigkeiten verlangsamt sich. (Bild: Juan Gärtner/fotolia.com)

Behandlung mit Antikörper
Wie Forscher um Jeff Sevigny vom US-amerikanischen Biotechnologie-Unternehmen Biogen im Fachjournal „Nature“ berichten, führt die Behandlung mit dem Antikörper Aducanumab bei Patienten mit frühen Formen von Alzheimer zu einer deutlichen Abnahme der Beta-Amyloid-Plaques. Auch der Abbau der geistigen Fähigkeiten hat sich den Wissenschaftlern zufolge bei den behandelten Patienten offenbar verlangsamt.

Unheilbare Krankheit lässt sich hinauszögern
Alzheimer ist zwar bislang nicht heilbar, lässt sich jedoch im Anfangsstadium mit Medikamenten hinauszögern. Es gibt auch Hinweise darauf, dass Gehirnjogging helfen kann, Alzheimer zu verhindern. Außerdem wurde schon vor Jahren berichtet, dass Marihuana Alzheimer lindern kann.

Und eine aktuelle Studie von Wissenschaftlern des „Salk Institute for Biological Studies“ in Kalifornien weist ebenfalls darauf hin, das man mit Cannabis die Entwicklung von Alzheimer zumindest hinauszögern kann. Auch die neuen Erkenntnisse des Biotechnologie-Unternehmens könnten dazu beitragen, dass Millionen Betroffener geholfen werden kann.

Nach einem Jahr keine Plaques mehr nachweisbar
In der Studie wurden 165 Patienten mit leichten Alzheimer-Symptomen und nachgewiesenen Amyloid-Ablagerungen im Gehirn behandelt. Die Patienten erhielten ein Jahr lang einmal im Monat eine Aducanumab-Injektion.

Wie die Forscher berichteten, ließ die Therapie die Amyloid-Ablagerungen dosis- und zeitabhängig verschwinden. Bei den Patienten, die die höchste Antikörperdosis erhalten hatten, waren demnach nach einem Jahr praktisch keine Beta-Amyloid-Plaques mehr nachweisbar.

Geistige Fähigkeiten blieben mit Medikament stabiler
Obwohl ursprünglich nicht als primäres Studienziel vorgesehen, untersuchten die Forscher aufgrund der positiven Effekte auch, wie sich die Therapie auf die Krankheitssymptome auswirkt. Sie verwendeten dazu standardisierte Fragebögen, mit denen kognitive Fähigkeiten oder Alltagsaktivitäten der Patienten getestet werden können.

„Auch bei den klinischen Symptomen zeigte Aducanumab gute Resultate“, sagte Professor Dr. Roger M. Nitsch von der Universität Zürich in einer Pressemitteilung. „Während sich bei den Patienten der Placebogruppe die geistigen Fähigkeiten signifikant verschlechterten, blieben diese bei den Patienten mit der höchsten Antikörperdosis deutlich stabiler.“

Die Wirksamkeit und Sicherheit des Antikörpers wird nach Angaben der Universität an insgesamt 2.700 Patientinnen und Patienten mit beginnender Alzheimer-Erkrankung in mehr als 300 beteiligten Zentren in 20 Ländern Nordamerikas, Europas und Asiens geprüft. (ad)

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