Ambulante Krebstherapien werden eingeschränkt

Alfred Domke

Künftig werden ambulante Krebstherapien eingeschränkt

22.02.2014

Durch einen neuen Beschluss könnte künftig die ambulante Behandlung einiger Krebspatienten erschwert werden. Vor allem Patienten mit Darm- oder Magenkrebs sind betroffen.

Patienten mit Darm- oder Magenkrebs betroffen
Nach Darstellung der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) wird vielen Krebspatienten künftig die Möglichkeit ambulanter Behandlungen an Krankenhäusern verwehrt. „Vielen tausenden Patientinnen und Patienten vornehmlich mit Darm- oder Magenkrebs wird dadurch die Möglichkeit der ambulanten Behandlung durch Krebsspezialisten an Krankenhäusern verwehrt“, so DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum in einer Pressemitteilung.

Herber Rückschritt für ambulante Versorgung
Der Grund für diese Einschätzung liegt "in einem neuen Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) von Krankenhäusern, Ärzten und Kliniken". Mit dem Beschluss wurden neue Regeln auf den Weg gebracht für die ambulante Behandlung bestimmter Tumorerkrankungen der Bauchhöhle in Kliniken und Arztpraxen. Vorgesehen ist dabei, dass entsprechende Behandlungsteams eine gute Versorgung sicherstellen. Doch die DKG befürchtet im Bereich der ambulanten Behandlung Einschränkungen und Baum kritisiert: „Der heute getroffene Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses stellt einen herben Rückschritt für die ambulante medizinische Versorgung von gesetzlich krankenversicherten Krebspatienten dar.“

Therapie von Krebspatienten nicht optimal
Erst vor wenigen Monaten hatte die AOK festgestellt, dass die Therapie vieler Krebspatienten möglicherweise nicht optimal ist. So würden laut dem Onkologie-Report 2013 der AOK Rheinland/Hamburg viele Krebspatienten nicht in zertifizierten Tumorzentren behandelt werden, obwohl Ärzte dort die größten Erfahrungen mit der Krankheit haben. Bei Darmkrebs etwa erhielt nur ein Drittel der Patienten eine Behandlung in einem solchen Zentrum. Der Report kommt zu dem Ergebnis, dass eine Therapie in einem zertifizierten Tumorzentrum die Heilungschancen jedoch deutlich erhöhen kann. (ad)

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Bild: Herbert Käfer / pixelio.de