Anfälle und Migräne: Wie Streifen die Gesundheit in Gefahr bringen können

Alfred Domke
Migräne, epileptische Anfälle und Co: Warum Streifen schlecht für die Gesundheit sind
Fast jeder zehnte Deutsche leidet an Migräne. Ausgelöst werden die heftigen Beschwerden unter anderem durch verschiedene Trigger wie Stress, ausgeprägte Emotionen oder Überanstrengung. Forscher haben nun herausgefunden, dass auch der Blick auf Streifen für Migräne verantwortlich sein könnte.

Verschiedene Trigger für Migräne
Wer an Migräne leidet, ist oft regelrecht außer Gefecht gesetzt. Typisch sind pochende, hämmernde und einseitige Kopfschmerzen. Häufig kommen weitere Beschwerden wie Übelkeit und Erbrechen, Schwindel sowie Appetitlosigkeit hinzu. Zudem sind viele Betroffene geräusch- und lichtempfindlich. Es gibt verschiedene Faktoren (Trigger), die Migräne auslösen können. So ist bekannt, dass plötzlicher Stress, hormonelle Veränderungen, ausgeprägte Emotionen oder Überanstrengung und Erschöpfung zu den Beschwerden führen können. Wie Forscher nun berichten, können die Schmerzen auch durch Streifen ausgelöst werden.

Stress, Überanstrengung, hormonelle Veränderungen: Migräne kann durch unterschiedliche Trigger ausgelöst werden. Forscher haben nun festgestellt, dass die Beschwerden auch durch das Betrachten von Streifen verursacht werden können. (Bild: pathdoc/fotolia.com)

Streifen können Kopfschmerzen verursachen
Seien es die Muster eines Shirts, Barcodes, Zebrastreifen, Jalousien, Rasenmuster oder Gebäudefassaden: Überall sehen wir Streifen. Für manche Menschen kann dies offenbar zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen.

Wie Forscher vom Universitätsklinikum (UMC) Utrecht (Niederlande) und der New York University (USA) nun entdeckt haben, kann das Betrachten von Streifen-Mustern neuronale Aktivitäten im Gehirn auslösen, die bei empfindlichen Personen zu epileptischen Anfällen führen.

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Die Wissenschaftler nehmen an, dass es auch für Migräne verantwortlich sein könnte.

Laut einem Bericht der britischen Zeitung „Telegraph“ gehen die Studienautoren davon aus, dass Streifen auf Kleidung, Gebäuden oder öffentlichen Kunstwerken Kopfschmerzen auslösen könnten, vor allem bei Menschen, die bereits empfindlich auf Licht sind.

Selbst Streifen von Heizkörpern, Rolltreppen, Markisen oder Liegestühlen könnten demnach zu Krampfanfällen oder einem unangenehmen Gefühl führen.

Selbst gesunde Menschen können sich unwohl fühlen
„Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass es bei der Gestaltung von Gebäuden wichtig sein kann, die Arten von visuellen Mustern zu vermeiden, die diese Schaltung aktivieren und Unannehmlichkeiten, Migräne oder Krampfanfälle verursachen können“, sagte Dr. Dora Hermes vom Universitätsklinikum (UMC) Utrecht in den Niederlanden.

„Sogar völlig gesunde Menschen können bei den Bildern leichte Beschwerden fühlen.“

Es sei zwar schon länger bekannt, dass flackernde oder helle Lichter epileptische Anfälle oder Migräne auslösen können. Doch nun sei erstmals von Wissenschaftlern festgestellt worden, dass auch bestimmte Standbilder einen ähnlichen Einfluss haben können.

„Die vertikale Orientierung der Streifen ist im Allgemeinen schlechter als horizontal“, erklärte Dr. Dorothée Kasteleijn-Nolst Trenité vom UMC Utrecht.

„Beispiele für gestreifte Muster, die im täglichen Leben potenziell provokativ sind, sind Rolltreppen, Jalousien, gestreifte Kleider und Gebäude.“

Die Wissenschaftler veröffentlichten ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift „Current Biology“.

Sie nehmen an, dass der Grund, warum Streifen sich schädlich auswirken können, auf ein bestimmtes Muster der neuronalen Aktivität im Gehirn, die als Gamma-Oszillationen bekannt sind, zurückführen sei.

Unter Experten ist jedoch umstritten, ob Gamma-Oszillationen für die Wahrnehmung und die neuronale Kommunikation unerlässlich oder ob sie ein Nebenprodukt der Gehirnfunktion sind. (ad)