Angebliche Nachrichten über tödliche Viren-Erreger in Erdbeeren aus Ägypten

Alfred Domke
Nachricht hält sich hartnäckig: Noroviren in Erdbeeren aus Ägypten
Derzeit macht ein Kettenbrief bei WhatsApp die Runde, in dem vor dem Kauf von Erdbeeren aus Ägypten gewarnt wird. Diese sollen bei Aldi und anderen Supermärkten im Verkauf sein. Was ist dran an der Meldung?

Warnung vor Erdbeeren aus Ägypten
Viele Menschen, die WhatsApp nutzen, haben in der jüngeren Vergangenheit eine Meldung bekommen, in der zu lesen ist, dass man bei Aldi und anderen Supermärkten keine Erdbeeren aus Ägypten kaufen soll, da sie ein tödliches Virus beinhalten. Diese Nachricht, die teilweise auch auf anderen sozialen Plattformen zu lesen ist, wurde so ähnlich auch schon im vergangenen Jahr mehrmals verbreitet. Handelt es sich dabei um sogenannte „Fake-News“?

In einem Kettenbrief auf WhatsApp wird derzeit vor dem Kauf von ägyptischen Erdbeeren bei Aldi gewarnt. In den Früchten sollen tödliche Viren stecken. Die Meldung basiert allerdings auf einem Rückruf von vor zwei Jahren. (Bild:missty/fotolia.com)

Nachricht von vor zwei Jahren
„Bei Aldi oder anderen Supermärkten keine Erdbeeren kaufen die aus Ägypten kommen,da ist ein tötliches Virus drin. Bitte nicht kaufen. In den Nachrichten wurde gesagt, weiter sagen. Ein Tödliches Bakterium Ehek. Lieferung stammt aus Ägypten – Norovirus-Alarm! Aldi ruft tonnenweise Erdbeeren zurück“. (Rechtschreibfehler im Original)

So lautet die Meldung, die derzeit auf WhatsApp die Runde macht. Kombiniert ist die Nachricht mit der Aufforderung „Bitte teilen!“ und einem Link zu einem Artikel des Magazins „Focus“.

Dieser Link führt zu einer Meldung aus dem Jahr 2015. Damals war tatsächlich vor einer Gesundheitsgefahr durch Noroviren in Erdbeeren gewarnt worden – allerdings nicht vor einer tödlichen.

Ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko
Damals hatte die „Frost Import GmbH“ bei Aldi Nord gehandelte Tiefkühl-Erdbeeren zurückgerufen, da die Produkte mit dem Norovirus verseucht sein könnten.

Eine Infektion mit Noroviren löst bei Menschen in der Regel heftigen Durchfall, Übelkeit und Erbrechen aus.

Dazu kommt häufig ein starkes Krankheitsgefühl mit Muskel- und Bauchschmerzen, gelegentlich mit leichtem Fieber und Kopfschmerzen.

Laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) können die starken Brechdurchfälle „rasch zu einem Flüssigkeitsmangel im Körper führen, welcher sich durch ein ausgeprägtes Schwächegefühl oder Schwindel bemerkbar machen kann“. Meist klingen die Beschwerden nach ein bis zwei Tagen vollständig ab.

Um einer Ansteckung mit den gefährlichen Noroviren vorzubeugen, ist vor allem auf eine gewissenhafte Hygiene zu achten.

Zurückgerufene Ware ist noch nicht abgelaufen
Ein Grund, warum sich die Nachricht so hartnäckig hält und immer noch verbreitet, könnte das Mindesthaltbarkeitsdatum der Tiefkühl-Erdbeeren sein.

Betroffen von dem Rückruf waren damals die „Golden Fruit“ Erdbeeren, Charge 150606, MHD 28.04.2017 und „Golden Fruit“ Beerenmischung, Charge 150656, MHD 05.05.2017.

Die Ware ist also noch nicht abgelaufen. Allerdings darf man aller Wahrscheinlichkeit nach davon ausgehen, dass sich nach der Rückrufaktion vor zwei Jahren keine kontaminierte Ware mehr in den deutschen Supermärkten befindet.

Seit dem Rückruf 2015 gab es keine Hinweise mehr auf weitere Funde von Noroviren in Erdbeeren aus Ägypten. (ad)