Anklage: Hebamme soll 160.000 Euro ergaunert haben

Fabian Peters
Abrechnungsbetrug einer Hebamme aus Darmstadt in 183 Fällen?
Seit Jahren klagen Hebammen über einen Anstieg ihrer Versicherungskosten, der ihnen die Berufsausübung in vielen Bereichen massiv erschwere. Eine Hebamme aus Darmstadt hat hier offenbar eine Möglichkeit gefunden, ihr Einkommen durch unrechtmäßige Abrechnungen deutlich aufzubessern. Laut Mitteilung der Nachrichtenagentur „dpa“ wirft die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt der Hebamme vor, in 183 Fällen Leistungen abgerechnet zu haben, die nie erbracht wurden.

Anklage wegen Abrechnungsbetrug gegen eine Hebamme aus Darmstadt. (Bild: Sebastian Duda/fotolia.com)
Anklage wegen Abrechnungsbetrug gegen eine Hebamme aus Darmstadt. (Bild: Sebastian Duda/fotolia.com)

Insgesamt soll sich die 47-Jährige Hebamme aus Darmstadt über die Jahre 160.000 Euro erschlichen haben, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft. Am Montag sei Anklage beim Landgericht Darmstadt gegen die Hebamme erhoben worden, berichtet die „dpa“. Die abgerechneten Leistungen wurden von der Frau offenbar nie erbracht und den gesetzlichen Krankenkassen ist hierdurch ein beachtlicher Schaden entstanden.

Missbrauch der Patientendaten
Den Angaben der Ermittler zufolge hat die Hebamme Patientendaten eines Krankenhauses genutzt, in dem sie arbeitete, um weitere Leistungen über ihre eigene Praxis in Rechnung zu stellen, berichtet die „dpa“. Die versicherten Frauen erhielten allerdings von der Hebamme keine der abgerechneten Leistungen. Über knapp fünf Jahre habe die Staatsanwaltschaft an dem Fall ermittelt, nachdem eine betroffene Krankenkasse im Jahr 2010 Verdacht geschöpft hatte. (fp)