Annahmen: Saure Muttermilch durch Sport und mehr Bewegung?

Heilpraxisnet
Macht Sport Muttermilch sauer? Neue Handlungsempfehlungen für Stillende
Es gibt die Annahme, Sport würde während der Stillzeit die Muttermilch „sauer“ machen. aus diesem Grund scheuen viele Mütter, aktiv Sport zu betreiben. Experten haben nun Handlungsempfehlungen entworfen und räumen dabei mit Mythen auf.

Bewegung nach der Geburt fördert das körperliche und seelische Wohlbefinden der Mutter. Es gibt keine Nachteile für die Muttermilch, das Stillen oder das kindliche Wachstum. Stillenden wird deshalb empfohlen, körperlich aktiv zu sein und sich – je nach persönlicher Verfassung – mit moderater Intensität zu bewegen. Die gerade aktualisierten bundesweit einheitlichen »Handlungsempfehlungen zur Ernährung und Bewegung von Säuglingen und stillenden Frauen« des Netzwerks Gesund ins Leben zeigen Fachkräften in der Elternberatung, wie viel Bewegung nach der Geburt wünschenswert ist und worauf stillende Frauen achten sollten.

Ausreichend Bewegung ist in allen Lebensphasen vorteilhaft. Sie verbessert die Fitness von Herz, Kreislauf und Muskeln und schützt z. B. vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Depressionen. Deshalb ist es auch empfehlenswert, bereits möglichst bald nach der Geburt wieder Bewegung in den Alltag zu bringen und sportlich aktiv zu sein.

Macht Sport Muttermilch sauer? Bild: Elena Stepanova - fotolia
Macht Sport Muttermilch sauer? Bild: Elena Stepanova – fotolia

Das Netzwerk Gesund ins Leben empfiehlt Frauen nach der Geburt, ihre körperliche Aktivität an möglichst vielen Tagen der Woche auf mindestens 30 Minuten zu steigern, je nach persönlicher Verfassung. Die Intensität stimmt, wenn die Frau leicht aus der Puste und ins Schwitzen kommt, sich aber noch unterhalten kann (sogenannter Talk-Test). Bei einer solchen moderaten Aktivität steigt auch der Milchsäurewert in der Muttermilch nicht. Doch selbst wenn Mütter sportlich sehr aktiv sind und sich ihre Milch durch höhere Laktatwerte geschmacklich leicht verändert, wird sie vom Säugling akzeptiert.

Bewegung lässt sich gut in den Alltag mit einem Baby einbinden, indem Besorgungen zu Fuß erledigt oder regelmäßige Spaziergänge unternommen werden. Wie oft, wie lange und wie intensiv soll ich mich bewegen? Welche Art von Bewegung ist »richtig« (Gymnastik, Beckenbodentraining, etc.)? Bei diesen Fragen können sich stillende Frauen von ihren Vorlieben und ihrer Verfassung leiten lassen. Dann kann es auch schon losgehen: Einfach geeignete (Sport)kleidung anziehen, währenddessen auf genug Flüssigkeit (und ggf. Energie) achten und für sich eine ausgewogene Balance von Ruhe und Aktivität finden.

Die aktualisierten Handlungsempfehlungen zur Ernährung und Bewegung von Säuglingen und stillenden Frauen des Netzwerks Gesund ins Leben werden von allen relevanten Berufsverbänden und Fachgesellschaften unterstützt. Der Beratungsstandard ist online unter www.gesund-ins-leben.de und als Sonderdruck gegen 3 Euro Versandkostenpauschale erhältlich. (aid)