Anschnallpflicht gilt auch für schwangere Frauen

Fabian Peters
Gilt die Anschnallpflicht im Auto auch für Schwangere?
In Deutschland gilt grundsätzlich die Gurtpflicht. Wer sich im Auto nicht anschnallt, muss mit einem Bußgeld rechnen. Wie ist die Regelung aber für schwangere Frauen, bei denen der Gurt bei einem Unfall womöglich das Ungeborene verletzen könnte?

Schwangere sollten sich mit Dreipunktgurt anschnallen
Wie in anderen europäischen Ländern, gilt auch in Deutschland die Gurtpflicht. Wer sich beim Autofahren nicht anschnallt, dem droht ein Bußgeld. Dies gilt auch für die Beifahrer. Seit dem diese Regelung eingeführt wurde, konnte die Zahl schwerer Verletzungen bei Unfällen Experten zufolge reduziert werden. In Paragraf 21 a lässt die Straßenverkehrsordnung nur ganz wenige Ausnahmen zu, zum Beispiel für Fahrten im Schritttempo oder beim Rangieren auf Parkplätzen. Grundsätzlich gilt die Gurtpflicht also auch für Schwangere. Darauf hat der TÜV Nord hingewiesen, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Schwangere Frauen sollten sich stets mit einem Dreipunktgurt anschnallen.

Grundsätzlich gilt die Anschnallpflicht auch während der Schwangerschaft. (Bild: Kaesler Media/fotolia.com)
Grundsätzlich gilt die Anschnallpflicht auch während der Schwangerschaft. (Bild: Kaesler Media/fotolia.com)

Höheres Unfallrisiko während der Schwangerschaft
Laut einer wissenschaftlichen Untersuchung besteht ein erhöhtes Unfallrisiko in der Schwangerschaft. Dies habe den Forschern zufolge sehr wahrscheinlich mit den üblichen Nebenwirkungen der Schwangerschaft wie Erschöpfung, Übelkeit oder Müdigkeit aufgrund von Schlaflosigkeit zu tun. Sie sollten daher ganz besonders auf ihre Sicherheit achten. Wie der TÜV erläuterte, sind Schwangere nur dann von der Anschnallpflicht ausgenommen, wenn der Arzt ein entsprechendes Attest ausstellt.

Risiko ist ohne Gurt größer
Den TÜV-Experten zufolge sind Befürchtungen, dass der Gurt das Ungeborene bei einem Unfall schwer verletzen könnte, unbegründet. So belegen Studien, dass das Risiko sowohl für die Mutter als auch das Kind größer ist, wenn kein Gurt angelegt wird. Wenn eine Schwangere am Steuer sitzt, könnte ihr Bauch bei einem Unfall ungebremst gegen das Lenkrad prallen. Beim Anschnallen gilt es, den Beckengurt idealerweise etwas unter den Bauch zu legen und zwar möglichst straff. Der andere Teil des Gurts kommt – wie gewohnt – über die Schulter. Am besten wird die Rückenlehne dabei steil aufgerichtet und die Kopfstütze an die Körpergröße angepasst. (ad)

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