Ansteckungsrisiko: Fünfjähriges Mädchen an schwerem Meningokokken-Infekt erkrankt

Alfred Domke

Fünfjährige mit schwerer Meningokokken-Infektion: Weitere Erkrankungen verhindern

Im baden-württembergischen Wiernsheim ist ein fünfjähriges Mädchen an einer schweren Meningokokken-Infektion erkrankt. Um die Gefahr weiterer Erkrankungen zu minimieren, informiert das örtliche Gesundheitsamt über die Prävention der gefährlichen Erkrankung.


Kleines Mädchen an schwerer Meningokokken-Infektion erkrankt

Wie das Landratsamt Enzkreis auf seiner Webseite mitteilt, ist ein fünfjähriges Mädchen in Wiernsheim (Baden-Württemberg) an einer schweren Meningokokken-Infektion erkrankt. Das Kind besucht den dortigen Kindergarten Regenbogen. Um die Gefahr weiterer Erkrankungen zu minimieren, informiert das Gesundheitsamt alle Eltern und Beschäftigten der Einrichtung über die präventive Behandlung der Kinder und Erzieherinnen. So sollen weitere Infektionen im engen Umfeld und bei nahen Kontaktpersonen verhindert werden.

In Baden-Württemberg ist ein fünfjähriges Mädchen an einer schweren Meningokokken-Infektion erkrankt. Nun sollen weitere Erkrankungen verhindert werden. (Bild: ogerphoto/fotolia.com)

Bakterien werden meist per Tröpfcheninfektion übertragen

Meningokokken sind Bakterien, die sich im Nasen-Rachen-Raum des Menschen ansiedeln und dort laut dem Robert Koch-Institut (RKI) bei etwa zehn Prozent der Bevölkerung ohne Anhalt klinischer Symptome nachweisbar sind.

Übertragen werden sie am häufigsten per Tröpfcheninfektion. Die Bakterien gelangen beim Sprechen, Husten oder Niesen in kleinen Tröpfchen aus dem Nasen-Rachen-Raum in die Luft und können aus kurzer Entfernung eingeatmet werden.

Zudem können die Erreger auch bei engem Kontakt mit Erkrankten als Schmierinfektion übertragen werden, beispielsweise durch Berührung des Nasensekrets. Außerhalb des Körpers sterben die Bakterien schnell ab.

Infektion führt oft zu Blutvergiftung oder Hirnhautentzündung

Gesundheitsexperten zufolge können zwei Verlaufsformen der Meningokokken-Erkrankung einzeln oder zusammen auftreten:

„Meningokokken-Erkrankungen verlaufen in ca. zwei Drittel der Fälle als Meningitis. In ca. einem Drittel der Fälle ist der Verlauf durch eine Sepsis gekennzeichnet“, schreibt das RKI auf seiner Webseite.

Der Krankheitsbeginn ist meistens sehr plötzlich und schnell fortschreitend.

Aber: „In Deutschland kommen Meningokokken-Erkrankungen glücklicherweise ausgesprochen selten vor – es gibt jährlich nur etwa fünf Fälle auf eine Million Menschen, meist in den Wintermonaten“, erklärt der Facharzt Dr. Michael Junius vom Gesundheitsamt für den Enzkreis.

Allerdings ist in Hessen erst vor wenigen Wochen ein kleines Kind an den Folgen einer Meningokokken-Infektion gestorben.

Warum nur ganz wenige einzelne Personen erkranken und andere nicht, sei nicht bekannt.

Bei Symptomen schnell ärztliche Hilfe suchen

Bei einer Infektion kann es unter anderem zu Symptomen wie Fieber, Kopfschmerzen, Lichtempfindlichkeit, Gliederschmerzen und einer getrübten Bewusstseinslage kommen.

„Ein typisches Zeichen ist die schmerzhafte Nackensteifigkeit, oft kombiniert mit morgendlichem Erbrechen oder Zeichen eines Kreislaufversagens“, erläutert die Fachärztin Angelika Edwards.

Bei der Meningokokken-Blutvergiftung werden die Bakterien in den gesamten Körper ausgeschwemmt und dadurch die Blutgerinnung gestört. Punktförmige oder flächige Einblutungen auf der Haut und den Schleimhäuten können auf eine solche Erkrankung hindeuten.

An einer Meningokokken-Infektion kann grundsätzlich jeder erkranken. Am häufigsten trifft es jedoch Säuglinge im ersten Lebensjahr, Kleinkinder oder Jugendliche.

„Bei Erkrankung auf jeden Fall zum Arzt gehen“, empfiehlt Angelika Edwards.

Empfohlene Impfung

Zwar sei es möglich, sich gegen Meningokokken Typ C impfen zu lassen, was von der Ständigen Impfkommission am Robert-Koch-Institut auch empfohlen werde.

„Allerdings ist der Bakterientyp, der die akute Erkrankung bei der Fünfjährigen verursacht hat, noch nicht bekannt“, so Edwards.

Eine schnelle und rasch durchgeführte Antibiotikagabe könne jedoch Schlimmeres verhindern. (ad)