Anti-Aging: Machen Wundermittel wirklich schöner?

Fabian Peters
Machen „Wundermittel“ wie Spritzen und Cremes wirklich schöner?
„Anti-Aging“ ist zu einem riesigen Markt geworden: Unzählige Cremes und verschiedene Methoden versprechen, dass man damit auch mit 40, 50 oder 60 Jahren noch ein frisches, jugendliches Aussehen erreichen kann. Was können solche vermeintlichen „Wundermittel“ aber wirklich?

Makellose Haut bis ins hohe Alter
Durch den Verkauf von sogenannten „Anti-Aging“-Produkten werden immer höhere Gewinne erzielt. Unzählige Produkte und Methoden versprechen Verbrauchern auch mit 40, 50 oder 60 Jahren noch makellose, samtweiche Haut haben zu können. Und es werden nicht nur mehr Mittel, die angeboten werden, auch die Zahl der exklusiven Mittel steigt. So wurde etwa Anfang des Jahres über einen starken Kosmetiktrend zu Luxus-Hautpflegeprodukten berichtet. Was aber vermeintliche „Wundermittel“ wie Cremes und Spritzen tatsächlich können, verraten Experten in einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa.

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Viele Kosmetikprodukte versprechen regelrechte Wunder in Bezug auf die Hautalterung. (Bild: JenkoAtaman/fotolia.co)

Feuchtigkeit gegen Hautalterung
Grundsätzlich zu erwähnen ist, dass sich das Altern natürlich nicht aufhalten lässt. Man kann aber einiges tun, um jugendlicher auszusehen. Die Haut ist und bleibt dabei das wichtigste Kennzeichen. „Ob es uns gut geht oder nicht, kann man buchstäblich an der Oberfläche unseres Körpers sehen. Daher sprechen wir auch von schöner Haut, wenn wir eine jugendliche Haut meinen“, erläuterte die Dermatologin Uta Schlossberger gegenüber der Agentur. Feuchtigkeit ist eines der besten Rezepte gegen Hautalterung. Diese sorgt dafür, dass die Haut von innen aufgepolstert wird und kleine Fältchen verschwinden. Allerdings verliert das menschliche Gewebe mit den Jahren die Fähigkeit, Feuchtigkeit aufzunehmen. Manchen Dermatologen zufolge verschaffe hier die sogenannte Tiefenhydration Abhilfe: „Dabei wird die Haut von innen mit wertvoller Feuchtigkeit versorgt. Während der Behandlung werden Mikroreservoirs von stabilisiertem Hyaluron in die Haut injiziert“, so der Hautarzt Stefan Duve. Diese Methode koste mehrere Hundert Euro pro Behandlung. Wesentlich günstiger kommen diejenigen weg, die durch richtige Pflege für reife Haut die Feuchtigkeitsdepots auffüllen. Experten empfehlen dafür unter anderem spezielle Tages- und Nachtcremes. Hautärzten zufolge trocknet die Haut auch durch zu häufiges waschen sowie Sonnenbäder übermäßig aus. Daher sollte dies eher eingeschränkt werden.

Kollagen sorgt für Straffheit der Haut
Die, die sich dennoch für solche Spritzen entscheiden, sollten wissen, dass Hyaluronsäure ein reines Naturprodukt ist, das freie Radikale abfängt und die Haut von innen aufpolstert. Auch wenn diese „Wunderwaffe“ im menschlichen Bindegewebe ab dem Alter von 25 Jahren allmählich an Wirkung verliert, ist die Forschung mittlerweile soweit, dass Hyaluronsäure, die heute aus Mikroorganismen wie Weizen gewonnen wird, auch von außen aufgenommen werden kann, etwa durch Cremes und Seren. Maßgeblich am Zustand der Haut beteiligt ist auch das Protein Kollagen, das mit rund 60 Prozent der Hauptbestandteil des Bindegewebes ist und für die Straffheit der Haut sorgt. Auch die Produktion von Kollagen lässt mit den Jahren nach. Es gibt jedoch Cremes, die die körpereigene Kollagen-Produktion anregen und so zur Unterstützung der Straffung beitragen.

Kostenintensive Behandlung wirkt nicht lange
Die dpa berichtet über eine weitere Möglichkeit, das sogenannte „Medical-Needling“. „Dabei werden die Selbsterneuerungs-Mechanismen der Haut auf natürlichem Weg aktiviert und die Neuproduktion von Kollagen- und Elastinfasern angeregt“, erklärte der Arzt für Ästhetische Medizin und Anti-Aging, Roman Zirwen. Bei diesem Verfahren werde durch sogenannte Mikro-Verletzungen die Bildung von neuem Kollagen angeregt, das sich gleichmäßig verteilt.“Während der Behandlung werden zudem regenerierende Wirkstoffe, darunter auch Hyaluronsäure sowie Vitamine, von außen in die Haut geschleust, was die Wirkung verstärkt“, so Zirwen. Die Wirkung der kostenintensiven Behandlung hält nicht sehr lange und muss öfter wiederholt werden. Den Angaben zufolge sollten Menschen, die zu Blutungen neigen oder sich innerhalb des vergangenen Jahres einer Bestrahlung unterziehen mussten, von einer Behandlung absehen.

Gesunde Ernährung spielt eine wesentliche Rolle
Für gesunde Haut muss man aber nicht unbedingt Schönheitschirurgen oder Hautärzte aufsuchen. Man kann auch aus eigener Kraft vieles dafür tun. „Gesunde Ernährung zusammen mit ausreichend Schlaf und Verzicht auf Nikotin sind immer noch die wirksamsten Faktoren gegen frühzeitiges Altern“, sagte Uta Schlossberger. Zudem sind heute Mineralstoffe wie Eisen, Magnesium und Zink feste Größen in der Anti-Aging-Ernährung. Dies gilt auch für Polyphenole, die zum Beispiel in Erdnüssen, Weintrauben oder Beeren vorkommen. Zudem kann ein weiteres Nahrungsmittel – äußerlich angewandt – helfen. Grüner Tee in Kosmetikprodukten trägt zur Hautgesundheit bei. Grüner Tee ist ein Radikalfänger, was ihn für die Gesichtspflege zu einem guten Inhaltsstoff macht, wie Gesundheitsexperten kürzlich berichteten. (ad)