Anti-Diät-Tag: Diäten machen dick

Sebastian

Anti-Diät-Tag: Hungerkuren sind ungesund und lassen das Gewicht steigen

06.05.2013

Heute ist der internationale Anti-Diät-Tag. Die Erfinderin des Protesttages, eine englische Feministin, will mit dem Tag auf die Gefahren der Diäten und des Schlankheitswahns aufmerksam machen. Viele Menschen laufen ihrer Ansicht einem Ideal hinterher, dass sie nie erreichen werden. Durch den Jojo-Effekt werden die Betroffenen immer dicker und schaden ihrer Gesundheit.

Zum 21. Mal findet heute, am 6. Mai, der weltweite Anti-Diät-Tag statt. Immer mehr Menschen folgen der Idee, den Diäten den Kampf anzusagen. Sie protestieren gegen den alltäglichen Wahn Schlank zu sein.

Protest gegen Schlankheitswahn
Jeden Tag sind die Medien voll von attraktiven „superschlanken Frauen“, die eigentlich schon an Untergewicht leiden. Daneben werden hunderte, ja tausende Diätratgeber publiziert. Gerade deshalb ist die landläufige Meinung, „schlank sei sexy“. Rund 20 Millionen Menschen versuchen jedes Jahr in Deutschland mithilfe einer Diät Fettpolster zu verlieren. „Das hinterherjagen eines nie zu erreichenden Schönheitsideal ist oft mit einem ungesunden Lebensstil verbunden“, warnt die britische Autorin und Feministin Mary Evans Young. Deshalb hat sie mit Mitstreiter/innen den Anti-Diät-Tag ausgerufen, um gegen den Wahn Schlank sein zu müssen, zu demonstrieren.

Die Protestler nehmen den Tag zum Anlass, um auf die gesundheitlichen Risiken hinzuweisen, die durch falsches Abnehmen entstehen können. Vielfach münden die Abnehmversuche in regelrechte psychische Erkrankungen wie Bulimie oder Magersucht.

Jo-Jo-Effekt lässt schneller zunehmen
Zwar ermittelte eine offizielle Studie des Robert-Koch-Instituts (RKI), dass „bereits 25 Prozent der Deutschen übergewichtig bis fettleibig sind und über einen höheren BMI als 30 aufweisen“, allerdings würde den Betroffenen eine Diät in den meisten Fällen auch nicht weiterhelfen. Denn kaum eine Diät ist in der Lage, tatsächlich längerfristig dafür zu sorgen, weniger zu wiegen.

Eine Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) mit mehr als 2.000 weiblichen Probanden zeigte, dass nur die allerwenigsten nach der Diät ihr Gewicht halten konnten. Etwa 50 Prozent der Frauen waren nach nur 12 Monaten genauso übergewichtig, wie vor der Hungerkur. Etwa 23 Prozent wogen sogar noch mehr. Nur rund 27 Prozent brachten weniger auf die Waage, als vor dem Abnehmen.

Nur Umstellung der Lebensweise kann einen Erfolg bringen
Das ist kein Geheimnis, denn nur wer seinen Lebensstil umstellt, sich gesünder ernährt und mehr aktiv körperlich bewegt, kann auch einen dauerhaften Effekt erreichen. „Lebensstilumstellung statt Diät heißt das Motto“, so die Aktivistin. Doch eben jene „Diät“ ist ein längerer Prozess und mit weniger Soforterfolgen verbunden. Doch nach einer Hungerkur kommt der Jo-Jo-Effekt und der lässt das Gewicht schneller steigen. Seit 1992 findet der Anti-Diät-Tag statt. Auch in Deutschland werden verschiedene Aktionen gestartet. (sb)