Antibiotika-Resistenzen künftig wirkungsvoller begegnen

Alfred Domke
Antibiotika-Resistenzen: Verstärkte Forschung und Entwicklung neuer Medikamente
Immer mehr Menschen sterben aufgrund von Keimen, die gegen Antibiotika resistent sind. Wenn solche Medikamente nicht mehr wirken, können selbst kleine Entzündungen zu einem großen Risiko werden. Die Forschung und Entwicklung von neuen Antibiotika soll nun mehr gefördert werden.

Millionen Tote durch multiresistente Keime
Wenn das Problem der ansteigenden Antibiotika-Resistenzen nicht bald unter Kontrolle gebracht wird, droht laut Wissenschaftlern ein Schreckensszenario. Einer älteren Studie der Berliner Charité zufolge könnte es bis 2050 rund zehn Millionen Tote durch multiresistente Keime geben. Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) teilte kürzlich mit, Antibiotika-Resistenzen entschlossen bekämpfen zu wollen. Ein neues Gutachten unterstreicht nun die Bedeutung der Antibiotika-Forschung und -entwicklung.

Immer mehr Menschen sterben aufgrund von Keimen, die gegen Antibiotika resistent sind. Die Forschung und Entwicklung von neuen Antibiotika soll nun mehr gefördert werden. (Bild: denisismagilov/fotolia.com)

Eine der größten Herausforderungen für die globale Gesundheitspolitik
Wie das Ministerium in einer Mitteilung schreibt, investieren nur noch wenige Hersteller weltweit in die Entwicklung neuer Antibiotika. Doch die Bekämpfung von Antibiotika-Resistenzen ist eine der größten Herausforderungen für die globale Gesundheitspolitik.

Nach Ministeriumsangaben hat Deutschland den Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen daher auf die internationale Agenda gesetzt und zu einem Schwerpunkt seiner internationalen Gesundheitspolitik gemacht.

Wie es in der Mitteilung heißt, einigten sich die G7-Gesundheitsministerinnen und -minister in der „Berliner Erklärung“ unter anderem darauf, Anreize zur Förderung von Forschung und Entwicklung neuer Antibiotika und Diagnostika zu prüfen.

Tragende Säule unserer Gesundheitsversorgung
Zur Frage, wie die Forschung und Entwicklung von neuen Antibiotika gefördert werden kann, hat das BMG ein Gutachten in Auftrag gegeben, das nun veröffentlicht wird.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe erklärte dazu: „Wenn wir keine wirksamen Antibiotika mehr zur Verfügung haben, bricht eine tragende Säule unserer Gesundheitsversorgung weg.“

„Um Schwung in die Forschung und Entwicklung neuer Antibiotika zu bringen, brauchen wir eine internationale Kraftanstrengung“, so der Minister weiter.

„Das Gutachten bietet eine gute Grundlage für die weitere internationale Diskussion. Denn kein Staat kann den Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen und fehlender Antibiotika-Therapien alleine gewinnen. Deshalb ist es gut, dass auch die OECD das Thema nun aufgreift.“

Festlegung klarer Anforderungen an neue Antibiotika
Das vom BMG in Auftrag gegebene Gutachten „Breaking through the Wall“ nennt Maßnahmen zur Stärkung der Forschung und Entwicklung neuer Antibiotika.

Dazu zählen zum Beispiel die Festlegung klarer Anforderungen an neue Antibiotika und die Einführung eines globalen Fonds zur Stärkung der Grundlagenforschung.

Nach Ministeriumsangaben wird die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) nun gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und weiteren Organisationen einen Bericht zur Bekämpfung von Antibiotika-Resistenzen erarbeiten, der den G20-Ländern für die weiteren Beratungen zur Verfügung gestellt werden soll. Dabei werde das Gutachten eine wichtige Grundlage bieten. (ad)