Anzahl der Apotheken rückläufig

Fabian Peters

Vermehrte Apothekenschließungen in Deutschland

06.05.2014

Die Anzahl der Apotheken ist im Jahr 2013 erneut zurückgegangen. 259 weniger Apotheken als noch im Jahr 2012 standen vergangenes Jahr für die Versorgung der Patienten zur Verfügung, so die Mitteilung der Nachrichtenagentur „dpa“ unter Berufung auf die Angaben der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA).

Während die Zahl der Apotheken rückläufig ist, zeigt sich bei den Beschäftigen in den Apotheken eine gegenläufige Tendenz. Ihre Anzahl ist laut Angaben der „dpa“ um fast 2.000 auf rund 150.700 Beschäftigte im Jahr 2013 gestiegen – bei 20.662 Apotheken insgesamt. Im Jahr 2004 seien noch rund 136.800 Beschäftigte in 21.392 Apotheken tätig gewesen, so die Mitteilung der Nachrichtenagentur weiter. „Die Zahlen belegen, dass wir einen Trend zu größeren Apotheken haben, die immer mehr Menschen versorgen müssen“, zitiert die „dpa“ den Vorsitzenden des Deutschen Apothekerverbandes (DAV), Fritz Becker. Welche Konsequenzen dies für die Beratung und Versorgung der Patienten hat, bleibt vorerst offen.

Flächendeckende Patientenversorgung muss gewährleistet bleiben
Wichtig ist laut Aussage des DAV-Vorsitzenden, dass auch bei einer sinkenden Anzahl an Apotheken eine flächendeckende und wohnortnahe Versorgung der Patienten gewährleistet bleibt. Insbesondere für Menschen, „die dauerhaft mehrere Medikamente parallel einnehmen müssen“, sei eine gute Beratung unerlässlich. Hier stehen die Apotheken im Zuge des demografischen Wandels vor einer wachsenden Herausforderung, da die Anzahl der älteren Patienten, die eine Mehrfachmedikation erhalten, in Zukunft deutlich steigen wird. Wie die steigende Anzahl an beratungsbedürftigen Patienten in immer weniger Apotheken abgefertigt werden soll, ist unklar. Schlimmstenfalls drohen in einzelnen Regionen Versorgungslücken, wie auch eine Abfrage des Portals „apotheke adhoc“ aus dem Februar bestätigt.

Deutlicher Rückgang der Apothekenanzahl in einzelnen Regionen
Den Ergebnissen der Umfrage zufolge, „war der Kammerbezirk Westfalen-Lippe im vergangenen Jahr am stärksten von Apothekenschließungen betroffen“, so die Mitteilung des Fachportals. 50 Apotheken (2,4 Prozent) weniger als im Jahr zuvor standen hier noch für die Versorgung der Patienten zur Verfügung. Ähnlich hohe prozentuale Rückgänge wurden im Saarland und in Bremen festgestellt. Schleswig-Holstein verzeichnete einen Rückgang der Apotheken-Zahl um sechs. Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Baden-Württemberg kamen auf jeweils 27 Apotheken weniger als im Jahr zuvor. Den Angaben des Fachportals zufolge haben darüber hinaus in Hamburg acht Apotheken geschlossen und drei neu eröffnet. In Hessen gab es zwölf Neueröffnungen bei 34 Schließungen. In Bayer ging die Anzahl der Apotheken um 43 zurück und in Rheinland-Pfalz blieben im Saldo 15 Apotheken weniger als im Jahr zuvor übrig.

Anzahl der Apotheken in den neuen Bundesländern stabil
Hingegen zeigte sich die Entwicklung in den neuen Bundesländern weitgehend stabil und in einzelnen Bundesländern sogar positiv, berichtet das Fachportal. So kamen in Brandenburg drei Apotheken hinzu und in Mecklenburg-Vorpommern stand immerhin ein Apotheke mehr als im Jahr zuvor für die Patientenversorgung bereit. In Sachsen und Berlin ging die Anzahl der Apotheken um drei zurück. In Sachsen-Anhalt blieben vergangenes Jahr unterm Strich zwei Apotheken weniger als im Jahr zuvor. Einen etwas deutlicheren Rückgang verzeichnete Thüringen, wo laut Angaben von „apotheke adhoc“ im Saldo zehn Apotheken weniger zur Verfügung standen.

Drohende Engpässe bei der Patientenversorgung
Die Apothekenschließungen können sich gegebenenfalls äußerst nachteilig auf die Versorgung und Beratung der Patienten auswirken. Denn schon jetzt ist die Beratungsleistung in den Apotheken laut einer Untersuchung der „Stiftung Warentest“ vielfach nicht ausreichend. Insbesondere über drohende Wechselwirkungen mit anderen Arzneien wird laut Angaben der Stiftung in den Apotheken oftmals nicht angemessen informiert, was fatale Folgen für die Patienten haben kann. (fp)

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Bild: siepmannH, Pixelio.de