AOK: Fehlzeiten von Arbeitnehmern steigen

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AOK: Fehlzeiten von Arbeitnehmern steigen: Das Wissenschaftliche Institut der AOK (WidO) hat in einer, am heutigen Freitag veröffentlichten, Pressemitteilung steigende Zahlen bei Krankschreibungen von Arbeitnehmern durch Grippe vermeldet.

Das Wissenschaftliche Institut der AOK (WidO) hat in einer, am heutigen Freitag veröffentlichten, Pressemitteilung steigende Zahlen bei Krankschreibungen von Arbeitnehmern durch Grippe vermeldet. Demnach stieg der Anteil von AOK- Mitgliedern in Angestellten- Verhältnissen am Krankenstand um 0,2 Prozent im Verhältnis zum Vorjahr auf 4,8 Prozent. Mehr als 50 Prozent AOK- versicherten Beschäftigten war 2009 mindestens einmal krankgeschrieben. Dabei handelt es sich mit fast fünf Millionen Menschen um etwa 16 Prozent der deutschen Gesamtbevölkerung. Durchschnittlich dauerte die jeweilige Arbeitsunfähigkeit etwas über 17 Tage. 2008 waren es noch knapp unter 17 Tagen.

Auf dem Vormarsch scheinen dabei Atemwegserkrankungen zu sein. Sie machten laut AOK bei ihren Versicherten in Arbeitnehmer- Verhältnissen rund 25 Prozent aus. Die meisten Krankschreibungen wegen Atemwegsbeschwerden lagen im Januar und November vor. Allerdings führen die Liste der Gründe für krankheitsbedingte Fehlzeiten Muskel- und Skeletterkrankungen, nach den besagten Atemwegserkrankungen, Verletzungen und psychischen Erkrankungen an.

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Aus Sicht der Naturheilkunde sollten die steigenden Zahlen zu denken geben und bei den Verantwortlichen der Kassen ein Umdenken veranlassen. Vorbeugende Maßnahmen, wie das Konzept der Salutogenese oder Behandlungen von funktionellen Beschwerden des Muskel- Skelettsystems zum Beispiel durch die Osteopathie, könnten sinnvolle kostengünstige Gegenmaßnahmen darstellen, die aber bisher nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Kassen enthalten sind. Beobachter sind darüber nicht weiter verwundert, denn die AOK hat auf ihrer Internetpräsenz weiterhin eine veraltete Beschreibung der Osteopathie. In ihr heisst es unter anderem :“Ein wissenschaftlicher Nachweis über die Wirksamkeit der Osteopathie liegt nicht vor.“

Dem widerspricht zum Teil die „Wissenschaftliche Bewertung osteopathischer Verfahren„- veranlasst durch die Bundesärztekammer vom 28. August 2009. In ihr heisst es unter anderem: “Zwei beauftragte Gutachter kamen zum Schluss, dass für einige Bereiche der osteopathischen Befunderhebung und Therapie sowie bestimmter Techniken bereits eine relevante Anzahl wissenschaftlicher Arbeiten vorliegt.“ Gerade für Muskel- Skelett- Beschwerden, die die Liste der Krankschreibungsursachen anführen und die manualmedizinisch behandelt werden können, sollen Hinweise für die Wirksamkeit bestimmter Techniken nach den Kriterien der evidenzbasierten Medizin (EBM) vorliegen.

Es bleibt abzuwarten, wie die AOK- Verantwortlichen mit den jetzt veröffentlichten Zahlen umgehen und in welchem Rahmen sie die ihnen zur Verfügung stehenden Informationen zu alternativen Interventionsmöglichkeiten zukünftig nutzen werden. (Thorsten Fischer, Heilpraktiker Osteopathie, 12.03.2010)


Hintergrundinformationen:

Definition der Osteopathie von der AOK
Wissenschaftliche Bewertung osteopathischer Verfahren