AOK und IKK Südwest vereinbaren Fusion

Sebastian

AOK Saarland, AOK Rheinland-Pfalz sowie die IKK Südwest vereinbaren einen Zusammenschluss. Die neue Krankenkasse wird zukünftig den Namen AOK-IKK Südwest tragen.

20.12.2010

Zwei Allgemeine Ortskrankenkassen, die AOK Rheinland-Pfalz sowie die AOK Saarland haben mit der IKK Südwest einen Zusammenschluss vereinbart. Die drei Krankenkassen wollen zum Beginn des neuen Jahres miteinander fusionieren. Damit wird die neu entstandene Krankenkasse rund 1,9 Millionen Menschen gemeinsam krankenversichern.

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Nach Angaben der rheinland-pfälzischen Gesundheitsministerin Malu Dreyer (SPD) werden kommendem Jahr 2011 gleich drei Krankenkassen einen gemeinsamen Zusammenschluss bilden. Als voraussichtlichen Fusionstermin nannte die Ministerin den ersten Oktober 2011. Die neue Kasse soll dann den Namen „AOK IKK Südwest“ tragen. Insgesamt werden rund 1,9 Millionen Menschen in der neuen Krankenkasse betreut werden.

Zahlreiche gesetzliche Krankenkassen versuchen derzeit durch Fusionen auf dem Krankenkassen-Markt sich wesentlich besser positionieren. Allerdings betonte ein Sprecher der AOK Saarland, dass weder die beiden Ortskrankenkassen noch die Innungskrankenkasse IKK wirtschaftlich und finanziell angeschlagen sind. Man wolle lediglich durch den Zusammenschluss Kompetenzen besser bündeln, um sich zukünftig auf dem bevorstehenden intensiveren Wettbewerb vorbereiten zu können. Die AOK-IKK Südwest soll nach Angaben des Sprechers dem Bundesverband der AOK angeschlossen werden. Die neue Kasse wird aller Voraussicht nach im Oktober 2011 starten. Allerdings müssen hierzu noch weitere Verhandlungen geführt werden. Eine endgültige Entscheidung wird durch die Kassen-Vorstände im Sommer 2011 gefällt. Dann werden die Verwaltungsräte der drei Krankenkassen neu gewählt. Die neu gewählten Vorstände müssen dann noch einmal der Fusion zustimmen. Auch die Entscheidung der Aufsichts- und Kartellbehörden steht noch aus. Hier soll allerdings die Entscheidung noch vor der Abstimmung im Sommer erfolgen.

Bislang kein Zusatzbeitrag geplant
Bis zum Zusammenschluss der AOK-IKK Südwest können sich die Versicherten der drei Krankenkassen darauf einstellen, keine Zusatzbeiträge zahlen zu müssen. Denn entgegen dem allgemeinen Trend konnten alle drei Kassen einen Gesamtüberschuss von rund einer Million Euro erwirtschaften. Aufgrund dieser Tatsache gab der AOK-Sprecher bekannt, dass Zusatzbeiträge aufgrund der stabilen wirtschaftlichen Lage zunächst ausgeschlossen werden. 16 weitere Krankenkassen erheben derzeit einen Zusatzbeitrag. Die zusätzlichen Beiträge sind bei den Krankenkassen ebenfalls verpönt, da sich gezeigt hat, dass viele nach Erhebung der zusätzlichen Beiträge die Krankenkasse vom Sonderkündigungsrecht. Allerdings gehen Gesundheitsökonomen davon aus, dass zukünftig Zusatzbeiträge aufgrund der steigenden Kosten im Gesundheitssektor flächendeckend sein werden. Zunächst können die meisten Kassen ihr Defizit durch die Beitragserhöhungen im Zuge der Gesundheitsreform ab 2011 ausgleichen.

Zusammenschluss wirkt sich positiv aus
Der Vorstandsvorsitzende der AOK Rheinland-Pfalz Walter Bockemühl sagte gegenüber dem Südwestfunk, die Fusion wirke sich positiv für die Versicherten und Arbeitgeber gleichermaßen aus. Die Fusion werde durchgeführt, um im Vergleich zu den anderen Kassen eine „hervorragende Versichertenstruktur“ zu schaffen. Hierdurch sei eine wirtschaftliche Stabilität gesichert, so Bockemühl. Wird der Zusammenschluss vollzogen, so ist die neue Krankenkasse nicht nur regional, sondern auch bundesweit verankert. Mit den zukünftig rund 1,9 Millionen Mitgliedern wird die AOK-IKK Südwest zu den zwölf größten gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland gehören.

Die Kasse wird nach dem Zusammenschluss ihren neuen Hauptsitz in Eisenberg in dem Bundesland Rheinland-Pfalz haben. Die AOK-IKK Südwest wird nach Angaben der Gesundheitsministerin etwa 4700 Mitarbeiter beschäftigen. Da die Kasse nach der Fusion wesentlich besser aufgestellt ist, wird die AOK-IKK Südwest nicht nur regional, sondern auch bundesweit gesundheitspolitisch besser verankert und damit auch deutlich besser wahrgenommen werden.

Für die Versicherten ändert sich nach der Fusion erst einmal nichts. Die Gesundheitsleistungen und die Beträge werden weiterhin gleich bleiben. Die Krankenkassen werden im Vorfeld ihre Mitglieder über die Fusion informieren. Es ist davon auszugehen, dass nach dem Zusammenschluss die Versicherten-Karten nach und nach auf den neuen Kassen-Namen umgestellt werden. (sb)