Die AOK erhebt erstmals einen Zusatzbeitrag

Heilpraxisnet

AOK Plus wird Zusatzbeitrag erheben

21.06.2014

Im kommenden Jahr müssen gesetzlich Versicherte der Krankenkasse AOK Plus in Sachsen und Thüringen zum ersten Mal einen Zusatzbeitrag zahlen. Doch wie die Krankenkasse am Freitag in Dresden mitteilte, werden die Mitglieder trotzdem weniger zu zahlen haben als bisher.

AOK Plus erhebt im kommenden Jahr erstmals Zusatzbeitrag
Im kommenden Jahr kommt auf die Versicherten der AOK Plus in Sachsen und Thüringen erstmals ein Zusatzbeitrag zu. Trotzdem werden die Krankenkassen-Mitglieder weniger zu zahlen haben als bisher. „Insgesamt fällt der Beitrag niedriger aus als jetzt“, sagte die stellvertretende Vorsitzende des Verwaltungsrats, Iris Kloppich am Freitag in Dresden. Der Beitragssatz sinkt 2015 wegen der Gesundheitsreform generell von 15,5 auf 14,6 Prozent. Doch die Versicherungen können nach der neuen Regelung vom Einkommen abhängige prozentuale Zusatzbeiträge erheben.

Mitglieder werden weniger zahlen als bisher
Laut AOK Plus wird der künftige Beitrag mehr als 14,6 Prozent, jedoch weniger als die derzeitigen 15,5 Prozent betragen. Die Krankenkasse mit rund 2,7 Millionen Mitgliedern in Sachsen und Thüringen ist mit einem Versicherten-Anteil von fast 50 Prozent in Sachsen Marktführer. Für das kommende Jahr sieht sich die Kasse gut gerüstet: „Wir haben ein solides finanzielles Fundament.“ Die AOK Plus schloss eigenen Angaben zufolge das Geschäftsjahr 2013 mit einem Plus von mehr als 200 Millionen Euro ab. Die Kasse ist mit rund 140 Filialen in beiden Freistaaten vertreten und beschäftigt rund 6.500 Menschen.

Die AOK plus wird bei weitem nicht die einzige Kasse bleiben, die einen Zusatzbeitrag verlangen wird. Daher raten Experten: "Erst einmal abwarten und schauen, wie sich die Lage weiter verändert. Ein Wechsel ist dann immer noch möglich".

Vor allem Krankenhausausgaben sind gestiegen
Insgesamt nahmen die Versicherten Leistungen für rund 8,2 Milliarden Euro in Anspruch. Das waren 6,2 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Dabei stiegen vor allem die Krankenhausausgaben um 3,5 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro. Erst kürzlich hatten Experten davor gewarnt, dass Kassen Einsparmöglichkeiten bei Kliniken in den Vordergrund rücken könnten. So warnte etwa der SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach vor zu starken Einsparungen bei den Krankenhäusern. Gegenüber der „Münsterschen Zeitung“ meinte er: „Die Kliniken dürfen nicht zur Sparbüchse werden.“ (ad)

Bild: Thomas Siepmann / pixelio.de