Apfelschalen fördern Muskelwachstum

Fabian Peters

Apfelschalen verbessern Muskelwachstum und verhindern Muskelabbau

10.06.2011

Mit Apfelschalen gegen Muskelschwund? US-Forscher haben in einer Studie mit Mäusen festgestellt, dass die in Apfelschalen enthaltene Ursolsäure sich vorteilhaft auf den Muskelaufbau auswirkt. Sollten sich die Ergebnisse auf den Menschen übertragen lassen, könnte mit Hilfe der Ursolsäure möglicherweise eine Therapie zur Vorbeugung und Behandlung sogenannter Muskelatrophien (neuromuskuläre Erkrankungen, oft begleitet von Muskelschwund) entwickelt werden.

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Apfelschalen fördern laut der aktuellen Studie amerikanischer Forscher den Muskelaufbau. Im Tierversuch konnte das Team um Christopher Adams von der University of Iowa belegen, dass die in Apfelschalen enthaltene Substanz Ursolsäure das Muskelwachstum begünstigt. Der Verzehr von Äpfeln könnte somit unter Umständen dem alters- oder krankheitsbedingten Muskelschwund entgegenwirken, berichten die US-Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins „Cell Metabolism“.

Substanz in Apfelschalen fördert Muskelwachstum
Auf der Suche nach den Ursachen für den im Rahmen von Muskelatrophien auftretenden Muskelschwund haben die US-Wissenschaftler 29 Gene identifiziert, die maßgeblichen Einfluss auf den Abbau des Muskelgewebes haben. Außerdem entdeckten Christopher Adams und Kollegen bei der Überprüfung der Auswirkungen von über 1.300 verschiedenen Substanzen auf das Muskelwachstum einen Zusammenhangs zwischen dem Muskelaufbau und der in Apfelschalen enthaltenen Ursolsäure. Im Tierversuch stellten die Forscher fest, dass die Ursolsäure einerseits den Muskelabbau reduziert und anderseits das Muskelwachstum begünstigt. Daneben seien als weitere positive Effekte der Ursolsäure eine Reduzierung des Körperfettanteils sowie ein Senkung des Blutzuckerspiegels und der Blutfettwerte aufgetreten, berichten Christopher Adams und Kollegen.

Ursolsäure bietet viele gesundheitliche Vorteile
Die für den Muskelwachstum entscheidende Ursolsäure, ist nicht nur in der wachsartigen Außenschicht von Apfelschalten enthalten, sondern zum Beispiel auch in Katzenminze, Basilikum und verschiedenen Rosengewächsen. Schon früher wurden die positiven gesundheitlichen Eigenschaften der Ursolsäure untersucht wobei der Fokus jedoch eher auf der entzündungshemmenden Wirkung und einem möglichen Einsatz als Krebs-Medikament lag. Die US-Wissenschaftler haben nun jedoch erstmals eine positive Wirkungen des Naturwirkstoffs auf das Wachstum der Muskelzellen entdeckt. Bei den Mäusen im Tierversuch konnte Ursolsäure erfolgreich gegen Muskelschwund eingesetzt werden, berichten Christopher Adams und Kollegen. Die in Apfelschalen enthaltene Substanz wirke sich positiv auch die Aktivität zahlreicher Gene in den Muskelzellen aus, wodurch der Abbau von Muskelgewebe verringert und der Muskelaufbau gestärkt werde.

Helfen Apfelschalen auch beim menschlichen Muskelaufbau?
Bisher ist jedoch unklar, ob die Ursolsäure auch beim Menschen gleichermaßen positive Effekte auf die Muskulatur entfaltet, wie bei den untersuchten Mäusen. Daher wollen Christopher Adams und Kollegen in einer weiteren Studie analysieren, welche Wirkung die Ursolsäure auf das Muskelwachstum beim Menschen hat. Sollten sich die positiven Eigenschaften der Ursolsäure auch beim menschlichen Organismus bestätigen, wäre dies nach Ansicht der US-Forscher ein bahnbrechender Erfolg. Denn Muskelatrophie ist eine sehr verbreitete Erkrankung, an der „die meisten Menschen irgendwann in ihrem Leben“ leiden, „aber es gibt noch kein Medikament dagegen“, erklärte Christopher Adams. Für die Betroffenen wäre es daher äußerst erfreulich, wenn der oftmals als Begleiterscheinung anderer Krankheiten oder im Alter auftretende Muskelschwund künftig vermieden werden könnte, so das Fazit der US-Wissenschaftler. (fp)