Apotheker-Lobby & FDP: Gemeinsam gegen Wettbewerb?

Fabian Peters

Apotheker-Lobby und FDP: Gemeinsam gegen Wettbewerb?

(14.09.2010) Die Beratung durch Apotheken beim Verkauf von Medikamente ist noch immer oftmals ungenügend. Zu dem Ergebnis kommt das ARD-Magazin „Plusminus“ nach einem Test, bei dem zu Beginn der Erkältungswelle in mehreren Apotheken Medikamente erstanden wurden, die jeweils das Schmerzmittel Paracetamol enthielten. Dabei kritisiert das Wirtschaftsmagazin laut Vorabberichten zur heutigen Sendung besonders, dass die Apotheken ihre Beratungsleistungen bisher stets als Argument für die eigenen Monopolstellung angebracht haben.

Die intensive Beratung ist nach Angaben der Apotheken ein Hauptunterscheidungsmerkmal gegenüber den Versandapotheken und wird gerne als Rechtfertigung einer monopolartigen Stellung beim Arzneimittelverkauf herangezogen. An dieser Stelle setzt die Kritik von „Plusminus“ an, da nach dem Ergebnis der eigenen Untersuchung, die Beratung durchweg ungenügend war und bisweilen sogar Medikamente mit gefährlichen Mengen Paracetamol ohne Warnung vor möglichen Risiken abgegeben wurden. Eine grundsätzliche Beratung zu den verschiedenen Substanzen haben die Testkäufer ohnehin nicht erhalten.

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Im Rahmen der Sendung wird außerdem die Unterstützung der Apotheker-Lobby durch die FDP scharf kritisiert. Hier haben die Liberalen nach Ansicht von „Plusminus“ die Grundsätze ihrer Politik aufgegeben, da sie sich für die monopolartige Stellung der Apotheken stark machen und im Sinne der Apotheker-Lobby gegen die Konkurrenz der Versandapotheken agieren. „Plusminus“ kann angeblich belegen, dass die Apothekervereinigung (ABDA) am aktuellen Koalitionsvertrag mitgeschrieben hat und bezieht sich dabei auf Formulierungen wie: "Wir werden die Auswüchse beim Versandhandel begrenzen." , welche schon in einer Pressemitteilung der ABDA 2008 verwendet wurde. Außerdem habe die Apothekerlobby das im Koalitionsvertrag enthaltenen Pick-up-Verbot schon 2008 gefordert. Die auch von Seiten der FDP forcierte Unterbindung des Wettbewerb hält nach Aussage des Bundeskartellamt-Präsidenten, Andreas Mundt, gegenüber „Plusminus“ die Arzneimittelpreise in Deutschland künstlich hoch, wobei das Ausland eigentlich vor macht, dass es auch anders geht. (fp)