App verbessert die Vorhersage des Leukämie-Risikos

Mit Hilfe eine neuen Tools kann das Risiko von Leukämie-Patienten deutlich besser als bisher abgeschätzt werden. (Bild: Dan Race/fotolia.com)
Fabian Peters
Neues Tool ermöglicht Ärzten bessere Abschätzung des Leukämie-Risikos
Bei Leukämie kann der Krankheitsverlauf äußerst unterschiedliche Formen annehmen, mit entsprechend variablem Risiko für die Betroffenen. Ein neues Tool, das auch als App fürs Smartphone verfügbar ist, könnte hier den behandelnden Ärzten eine deutliche bessere Einschätzung des Risikos bei chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) ermöglichen. Damit wäre in Zukunft eine sehr viel differenziertere Beratung und Behandlung umsetzbar.

Ein internationales Forscherteam um Professor Dr. Michael Hallek von der Deutschen CLL Studiengruppe (DCLLSG) an der Uniklinik Köln hat das Tool zur Einschätzung des Risikos bei Leukämie-Patienten entwickelt, das Ärzten auch einen Online-Vergleich der Ergebnisse ermöglicht. Die Effizienz ihres Tools untersuchten die Forscher an knapp 3.500 Probanden und die durchaus überzeugenden Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „The Lancet Oncology“ veröffentlicht.

Mit Hilfe eines neuen Tools kann das Risiko von Leukämie-Patienten deutlich besser als bisher abgeschätzt werden. (Bild: Dan Race/fotolia.com)
Mit Hilfe eines neuen Tools kann das Risiko von Leukämie-Patienten deutlich besser als bisher abgeschätzt werden. (Bild: Dan Race/fotolia.com)

Unterschiedliches Risiko bei Leukämie-Patienten
Die chronische lymphatische Leukämie (CLL) ist laut Angaben der Uniklinik Köln „die häufigste Form der Leukämie bei Erwachsenen.“ Durch den rasante Fortschritt im Bereich der Genanalytik seien in den letzten Jahren wichtige neue Einblicke im Bereich der CLL gelungen. Die genanalytischen Unterscheidungen spielen hier eine besonders wichtig Rolle, da der Krankheitsverlauf bei CLL-Patienten entsprechend unterschiedlich verlaufen kann. So könne sich die „Krankheit als beinahe harmlose, die Lebenszeit nicht verkürzende Veränderung der Laborwerte äußern, aber auch als sehr aggressive, unmittelbar lebensbedrohliche Leukämie“, berichtet die Uniklinik Köln. Eine präzise, individuelle Risikoabschätzung sei daher für die Patienten mit CLL von größter Bedeutung.

Differenziertere Diagnose und Behandlung möglich
Das Forscherteam um Prof. Hallek entwickelte den „CLL International Prognostic Index“ (CLL-IPI) als modernes Werkzeug zur Bestimmung des Risikos bei CLL-Patienten. Nach Auffassung des Studienleiters stellt der CLL-IPI einen wesentlichen Fortschritt gegenüber den traditionellen Stadieneinteilungen dar. Der Index kombiniere moderne und etablierte Risikofaktoren und sei einfach anwendbar. „Mit Hilfe dieses Werkzeuges können wir CLL-Patienten in Zukunft deutlich differenzierter beraten und behandeln“, betont Prof. Hallek, der auch Direktor des Centrums für Integrierte Onkologie und Direktor der Klinik I an der Uniklinik Köln ist. „Dieses neue Instrument ist eine wichtige Entwicklung auf dem Weg von der konventionellen Chemotherapie hin zu einer immer stärkeren Anwendung zielgerichteter Therapien“, lobt Dr. Gabriele Kröner, Geschäftsführender Vorstand der Deutschen José Carreras Leukämie-Stiftung. Die Stiftung hatte die Arbeit von Prof. Dr. Michael Hallek, Dr. Nadine Kutsch und Dr. Jasmin Bahlo (DCLLSG) exklusiv mit einer Fördersumme von rund 130.000 Euro unterstützt.

Der „CLL International Prognostic Index“ steht hier online zur Verfügung oder kann als App für iOS, Android und Windows heruntergeladen werden. (fp)

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