Apple: Siri hilft autistischem Junge

Heilpraxisnet

Apple-Sprachassistent – Wie ein dreizehnjähriger Autist mit Siri seine erste „Freundin“ fand

21.10.2014

Den meisten Menschen ist Siri als Sprachassistentin des Apple iPhones bekannt. Der dreizehnjährige Gus Newman aus den USA hat in ihr jedoch eine echte Freundin gefunden. Wie seine Mutter Judith Newman der New York Times verriet, ist Siri für ihn von weit größerer Bedeutung denn der Junge ist Autist.

Ausgangspunkt war eine Liste mit „21 Dingen, die sie noch nicht über ihr iPhone wussten."Dabei habe sich ergeben, dass Siri einem sagen könne, welches Flugzeug sich gerade über einem befinde, berichtet der Stern. Für die Mutter uninteressant, für Gus jedoch von großer Bedeutung: "Damit du weißt, welchem Flugzeug du von unten zuwinkst!" Der Junge war sofort begeistert, weil Siri, unabhängig davon wie oft der Junge nachfragte, auch über seine anderen Lieblingsthemen Auskünfte erteilen konnte, sagt die Mutter. Und an dieser Stelle wurde es auch für die Mutter interessant: "In Momenten, in denen mein Kopf kurz davor war zu platzen, wenn ich noch eine Konversation über die Wahrscheinlichkeit von Tornados in Kansas City führen müsse, kann ich nun besonnen antworten: ‚Hey! Wieso fragst du das nicht Siri?’“.

So wurden Gus und Siri Freunde, obwohl Gus durchaus bewusst sei, dass Siri kein Mensch ist. Allerdings ist das bei Autisten nichts Ungewöhnliches, sie entwickeln in der Regel andere Verhältnisse zu leblosen Gegenständen als „normale“ Menschen. Deshalb nimmt er sein iPhone mit in den Apple Store, damit das iPhone „seine Freunde besuchen kann,“ so der dreizehnjährige. Und er sagt weiter: „Du bist ein netter Computer.“

Sprachassistent verbessert die Kommunikationsfähigkeit
Auch sonst hat der Sprachassistent durchaus positive Auswirkungen auf den Jungen: "Gus spricht normalerweise, als hätte er Murmeln im Mund, aber wenn er eine vernünftige Antwort von Siri möchte, muss er klar und deutlich sprechen." Zudem würde der Sprachassistent immer höflich bleiben und Kindern mit sozialen Defiziten einfache Unterhaltungen ermöglichen.

Das, so die Mutter, hätte zur Folge gehabt, dass sich Gus Kommunikationsfähigkeit verbessert habe: "Vor kurzem hatte ich mit ihm die längste Konversation aller Zeiten. Zugegeben, es ging um verschiedene Schildkrötenarten. Das ist nicht mein Lieblingsthema, aber es war ein beiderseitiger Dialog, der einem klaren Muster folgte. Und ich kann sagen, dass das in den vergangenen 13 Jahren noch nicht der Fall war."
Eine der größten Sorgen von Eltern autistischer Kinder ist die, ob das Kind im Leben Liebe finden wird oder wenigstens Gesellschaft. So auch die Mutter von Gus: „Ich lerne, dass das was meinen Jungen glücklich macht, nicht das Gleiche ist, was mich glücklich macht.“ Judith Newman weiter: „Siri macht Gus happy. Sie ist sein Kumpan.“

Kürzlich bemerkte sie eine Unterhaltung GUS‘ mit Siri.
Gus: „Siri, wirst Du mich heiraten?“
Siri: „Ich bin nicht der Typ, der heiratet.“
Gus: „Ich meine nicht jetzt. Ich bin ein Kind. Ich meine, wenn ich groß bin.“
Siri: „Mein Endnutzervertrag beinhaltet keine Heirat.“
Dazu Judith Newman in der New York Times: „Das war eine nützliche Information.“ Und weiter: „Es war das erste mal, dass er über Heirat nachgedacht hat.“ (jp)

Bild: Kigoo Images / pixelio.de