Arbeitsmediziner: Burnout zu lange unterschätzt

Sebastian

Tagung zu jobbedingten Erkrankungen

31.03.2014

Ab Mittwoch treffen sich hunderte Arbeits- und Umweltmediziner in Dresden zu ihrer Jahrestagung. Ein Schwerpunktthema ihrer Diskussionen wird die Rolle der Physik bei der Entstehung von Krankheiten im Job sein. Die Experten werden sich zudem mit jobbedingten psychische Erkrankungen wie etwa Burnout beschäftigen.

Rund 600 Experten werden erwartet
Ein Schwerpunktthema bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin wird die Rolle der Physik bei der Entstehung von Krankheiten im Job sein. Zu dem Kongress werden rund 600 Fachärzte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz erwartet. Stattfinden wird er von Mittwoch, 02. April, bis Freitag, 04. April 2014, im Deutschen Hygienemuseum in Dresden. Die Experten werden über Themen wie Hautkrebsgefahr auf dem Bau, Ekzeme bei Friseuren und Floristen, Musiker mit Hörschäden, den mangelnden Impfschutz bei Lehrern sowie Depressionen und Burnout diskutieren.

Anspruch auf arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen
Beschäftigte haben den Angaben der Fachgesellschaft zufolge gegenüber dem Arbeitgeber Anspruch auf arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen. Demnach könne jeder Arbeitnehmer regelmäßig überprüfen lassen, ob sich aus seinem Arbeitsplatz heraus Gefahren für die Gesundheit ergeben. So könne in einem Job mit Feinstaubbelastung ein Lungenfunktionstest oder bei am Computer tätigen Personen eine Augenuntersuchung gemacht werden. Neben Vorbeugung und betrieblichem Gesundheitsmanagement sind neueste wissenschaftliche Erkenntnisse im Bereich der Arbeitsmedizin weitere Themen des Programms.

Burnout lange unterschätzt
Zudem werden jobbedingte psychische Erkrankungen ein Schwerpunkt der Tagung sein. Nach Angaben des Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin, Professor Hans Drexler, wurde beispielsweise Burnout lange unterschätzt. „In den vergangenen drei, vier Jahren hat da aber ein massives Umdenken eingesetzt.“ So zeugten zahlreiche Medienberichte von der auch öffentlichen Bewusstseinsänderung über Burnout ebenso wie beim Thema Frühverrentung und Arbeitsunfähigkeit wegen psychischer Erkrankungen. Das Problem sei zwar erkannt, aber gelöst ist es damit noch nicht. Da Burnout sehr ungenau für verschiedenste Symptome verwendet wird, ist es schwierig konkrete Betroffenen-Zahlen anzugeben. Symptome können etwa Erschöpfung, Müdigkeit, Schlaflosigkeit sowie ein starkes Verlangen nach Rückzug sein. Doch die Abgrenzung zu anderen psychischen Erkrankungen sei schwer.

Alle profitieren von guten Arbeitsbedingungen
Als Schirmherrin der Tagung fungiert die Bundesarbeits- und Sozialministerin Andrea Nahles (SPD). Für sie steht die Arbeitsmedizin im Fokus der Gesundheitsforschung. In einem Grußwort zu dem dreitägigen Kongress schreibt sie: „Wir brauchen sichere, gute und gesunde Arbeitsbedingungen.“ Davon würden alle profitieren: Gesellschaft, Arbeitgeber und Arbeitnehmer. (sb)

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