Arthrose: Gelenkverschleiß als Massenphänomen

Sebastian

Gelenkverschleiß meistens Grund für Reha-Aufenthalt

24.01.2013

13 Prozent aller Reha-Patienten wegen Arthrose behandelt
Der häufigste Grund für eine stationäre Behandlung in einer Rehabilitations-Einrichtung in Deutschland ist eine Arthrose der Hüft- oder Kniegelenke – dies teilte am Mittwoch das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Im Jahr 2011 wurden laut den Angaben des Amtes aufgrund dieser Beschwerden rund 216 000 Patienten Reha-Einrichtungen mit mehr als 100 Betten behandelt – „dies entspricht einem Anteil von circa 13 % an den insgesamt 1,6 Millionen Patientinnen und Patienten“, so das Amt in einer aktuellen Pressemitteilung.

1,6 Millionen Patientinnen und Patienten in Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen – das waren etwas mehr als vor 10 Jahren, als knapp 1,5 Millionen Patienten verzeichnet wurden. Die durchschnittliche Verweildauer in einer solchen Einrichtung lag bei 25 Tagen – damit blieben die Patienten (870.000 Frauen und 730.000 Männer) im Schnitt vier Tage länger als die Standardverordnung von drei Wochen.

Arthrose betrifft insbesondere ältere Patienten
Mit Gelenkverschleiß haben vor allem ältere Patienten zu kämpfen – das Durchschnittsalter der Patienten mit der Diagnose Arthrose des Hüft- oder Kniegelenks lag den Angaben des Statistischen Bundesamts nach bei gut 68 Jahren, wobei fast zwei Drittel (62%) der Betroffenen zwischen 65 und 84 Jahren alt waren, ein Drittel (33%) hingegen zwischen 45 und 64 Jahren. Zudem wurden „auch bei den Hochbetagten mit über 85 Jahren noch 5 800 Patientinnen und Patienten (3 %) aus diesem Grund in einer Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtung behandelt“, so die Angaben des Amtes.

Psychische Probleme häufig Grund für Reha bei den Jüngeren
Bei den unter 45-Jährigen spielt Arthrose hingegen derzeit kaum eine Rolle. In dieser Altersgruppe (15 bis 44 Jahre) würden stattdessen laut den Statistik-Experten des Bundesamts in erster Linie psychische Erkrankungen wie z.B. Depressionen oder das so genannte „Burn-Out-Syndrom“ zum Aufenthalt in einer Vorsorge- oder Reha-Einrichtung führen – im Jahr 2011 betraf dies 38 Prozent der Fälle, was einen Anstieg von 12 Prozentpunkten im Vergleich zum Jahr 2003 bedeutet.

Jugendliche Reha-Patienten leiden in erster Linie an Asthma oder Fettsucht
In der Gruppe der unter 15-jährigen wiederum machten die Statistiker einen anderen Hauptgrund für die stationäre Reha-Behandlung aus: Asthma. Rund 11 000 junge Patientinnen und Patienten (13 %) mit diesem Leiden wurden 2011 in Reha-Einrichtungen behandelt. Eine zentrale Bedeutung würde in dieser Altersgruppe aber auch der Adipositas (Fettsucht) zukommen: „Sie war bei fast 6 000 Patienten der Grund für einen stationären Aufenthalt in einer Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtung“, so die Information des Bundesamts. (sb)

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