Auch Arzneimittel können Sodbrennen auslösen

Heilpraxisnet

Arzneimittel können Sodbrennen auslösen

14.01.2015

Millionen Menschen leiden an Sodbrennen. Oft wird das unangenehme Brennen im Rachen und das saure Aufstoßen durch üppige fette Mahlzeiten, Rauchen oder Stress ausgelöst. Doch auch bestimmte Medikamente können Ursache des Sodbrennens sein.

Sodbrennen durch Reflux ausgelöst
Millionen Menschen hierzulande leiden an Sodbrennen, das oft durch die sogenannte Refluxkrankheit (auch Reflux genannt) ausgelöst wird. Auch die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) weist in ihrer aktualisierten Leitlinie „Gastroösophageale Refluxkrankheit“ darauf hin, dass Sodbrennen, Brennen im Rachen und saures Aufstoßen mögliche Anzeichen für eine Refluxkrankheit sind. Demnach kommen für den unangenehmen Säure-Übertritt vor allem Medikamente in Frage.

(Bild: Bernd Kasper / pixelio.de)

Verschiedene Medikamente können Sodbrennen auslösen
Betroffene sollten sich vom Gastroenterologen untersuchen lassen, da die Refluxkrankheit die Speiseröhre schädigen und sogar Krebs zur Folge haben kann. „Als Auslöser der Beschwerden können vor allem Arzneimittel in Frage kommen, die zu einer Entspannung des unteren Speiseröhrenschließmuskels führen und dadurch den Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre begünstigen“, erklärte Professor Dr. med. Stephan Miehlke vom Magen-Darm-Zentrum in Hamburg-Eppendorf. Der Experte war maßgeblich an der Erstellung der DGVS-Leitlinie beteiligt. In Betracht kommen beispielsweise Medikamente zur Behandlung von Bluthochdruck, koronarer Herzkrankheit, Asthma, Harninkontinenz sowie Östrogenpräparate zur Hormontherapie und Psychopharmaka mit angstlösender Wirkung.

Für manche Arzneien gibt es bessere Alternativen
Zudem verursachen auch manche Schmerz- und Rheumamittel sowie Medikamente zur Behandlung von Osteoporose, Eisenmangel und einige Antibiotika mitunter Sodbrennen. „Insbesondere bestimmte Schmerzmittel, nämlich die ,nichtsteroidalen Antirheumatika‘ oder kurz ,NSAR‘, können auch Entzündungen in der Speiseröhre hervorrufen“, erläuterte Miehlke. Es sei wichtig, dass sowohl der Arzt als auch der Patient im Blick haben, welche Mittel der Patient einnimmt. Der Experte erklärte weiter: „Selbstverständlich sollten vom Arzt verschriebene Medikamente nicht einfach abgesetzt werden. Doch für das ein oder andere Präparat gibt es besser verträgliche Alternativen.“

Bei ersten Anzeichen zum Arzt
Wenn der Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre störende Symptome und auch Komplikationen verursacht, sprechen Mediziner von einer Refluxkrankheit. Betroffene sollten bereits bei ersten Anzeichen einen Arzt aufsuchen. „Die Erkrankung sollte behandelt werden, wenn die Symptome ein- bis zweimal in der Woche auftreten und der Patient sich hierdurch in seiner Lebensqualität beeinträchtigt fühlt“, sagte Leitlinienkoordinator Professor Dr. med. Wolfgang Schepp, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Gastroenterologische Onkologie am Klinikum Bogenhausen in München.

Behandlung mit Medikamenten
Die Erkrankung sei in der Regel mit Hilfe von Medikamenten, die die Säureproduktion im Magen hemmen – sogenannte Protonenpumpenhemmer– wirksam zu behandeln. Allerdings weisen verschiedene Studien darauf hin, dass diese Form der Therapie bei manchen Patienten oft wirkungslos bleibt. Wenn die Refluxbeschwerden über mehrere Jahre hinweg bestehen, sollte ein Gastroenterologe die Schleimhaut der Speiseröhre mit Hilfe eines Endoskops untersuchen, heißt es in der Leitlinie. Dabei kann der Arzt Gewebsveränderungen wie den sogenannten „Barrett-Ösophagus“ (Endobrachyösophagus) erkennen, der als Krebsvorstufe gilt und frühzeitig behandelt werden sollte.

Besserung durch Änderung des Lebensstils
Manchmal können auch Veränderungen im Lebensstil und alltäglichen Leben eine Besserung bewirken, vor allem bei Menschen die an Übergewicht beziehungsweise Adipositas leiden. „Übergewichtigen Patienten hilft es häufig etwas abzunehmen und wer bestimmte Nahrungsmittel und Getränke nicht verträgt, kann versuchen, hierauf zu verzichten“, so Schepp. Zudem sollten Patienten mit nächtlichen Beschwerden auf späte Mahlzeiten verzichten und das Kopfende des Bettes hochstellen. Von Schlafmitteln rät der Experte ab, denn auch sie verstärken mitunter die Symptome. Da auch Stress Sodbrennen auslösen kann, bieten sich Entspannungsübungen zum Stressabbau, wie beispielsweise Yoga, als Vorbeugung an. Weitere Hausmittel bei Sodbrennen sind Methoden zum Verdauung anregen, zum Beispiel durch das ausgiebige Kauen der Nahrung („Fletchern“). (ad)

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