Bundesbehörde warnt vor Wundermittel MMS

Heilpraxisnet

Arzneimittelbehörde warnt vor „Wundermittel“ MMS

31.05.2014

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) warnt vor der Anwendung von MMS („Miracle Mineral Supplement“) beziehungsweise von Natriumchlorid als Arzneimittel. Durch dieses „Wundermittel“, das gegen Krebs, Aids und andere Krankheiten helfen soll, können schwerwiegende gesundheitliche Probleme ausgelöst werden.

Deutsche Arzneimittelbehörde warnt vor MMS
Das Bundesinstitut für Arzneimittel (BfArM) warnt Patienten seit Freitag vor der Anwendung von MMS, genauer von Natriumchlorit als Arzneimittel. Unter dem Namen „Miracle Mineral Supplement“ werde Natriumchlorit derzeit verstärkt über Spam-E-Mail sowie unsichere Internetquellen gemeinsam mit einer verdünnten Säure als Mittel gegen Krebs, Malaria, chronische Infektionen und weitere Krankheiten beworben, schreibt das BfArM in seiner Erklärung. Auch auf Esoterikmessen werde das „Wundermittel“, das von dem früheren Scientologen Jim Humble „erfunden“ wurde, vertrieben.

Mittel wird zum desinfizieren und bleichen verwendet
MMS enthält die Chemikalie Natriumchlorit, die nicht zu verwechseln ist mit Natriumchlorid (Kochsalz). Das BfR warnt, dass "MMS (unverdünnt oder falsch gemischt) bei direktem Kontakt zu Haut- und Schleimhautreizungen und zu Verätzungen führen kann". Die Behörde weist zudem darauf hin, dass, "wenn Natriumchlorit in Wasser gelöst und mit einer Säure vermischt wird, sich das als „sehr giftig“, „ätzend“, „umweltgefährlich“ und „brandfördernd“ eingestufte Chlordioxid bildet". Den Angaben der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein (vzsh) zufolge wird "die Substanz als Desinfektionsmittel und als Bleichmittel für Textilien eingesetzt". In Europa ist Chlordioxid weder als Lebensmittel noch für Lebensmittel zugelassen.

Nicht als Arzneimittel zugelassen
MMS und vergleichbare Produkte mit Natriumchlorit sind laut BfArM als arzneilich wirksamer Bestandteil in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen. Es gebe keine einzige wissenschaftliche Studie, welche die angepriesenen Wirkungen belegen könnte. Dem BfArM zufolge kann die Anwendung zu erheblichen Gesundheitsgefahren führen. So wird vor den Nebenwirkungen und schwerwiegenden Folgen gewarnt, die mit der Einnahme der Tropfen auftreten können. Mögliche Komplikationen reichen von Durchfall, Übelkeit und Erbrechen über Nierenversagen bis hin zu schweren Darmschädigungen.

Bereits mehrere Warnungen in der Vergangenheit
In Deutschland seien bereits Einzelfälle mit schweren Nebenwirkungen nach der Einnahme des Mittels bekannt geworden. Verbrauchern wird empfohlen, MMS nicht mehr einzunehmen und Reste des Mittels als Sondermüll zu entsorgen. Einzelne Landesbehörden haben mit Blick auf die Patientensicherheit laut dem BfArM bereits „eigenverantwortliche Maßnahmen umgesetzt“ oder planen weitere Maßnahmen. In der Vergangenheit waren auch schon verschiedene andere Länder gegen MMS aktiv geworden. So wurde das Mittel 2010 in Kanada von der Behörde Health Canada verboten und vor der Einnahme gewarnt. Im selben Jahr warnten auch die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) und das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic vor dem Konsum von MMS. (ad)

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