Arzneipflanze 2015: Echtes Johanniskraut

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Naturheilkunde Arzneipflanze 2015: Echtes Johanniskraut

08.10.2014

Das Echte Johanniskraut ist zur Arzneipflanze des Jahres 2015 gewählt worden. Die Pflanze hilft unter anderem gegen Angstzustände und nervöse innere Unruhe. Die Wirkung des Krauts bei Depressionen ist wissenschaftlich belegt. Inzwischen werden sogar Extrakte der Pflanze in der Krebstherapie getestet.

Große Bedeutung in der Pflanzenheilkunde
Das Echte Johanniskraut (Hypericum perforatum) ist zur Heilpflanze des Jahres 2015 gewählt worden. Dies gab der Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde an der Universität Würzburg laut einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa bekannt. Das Gewächs, das auch als Tüpfel-Johanniskraut bezeichnet wird, sei eine Heilpflanze, die sowohl traditionell, als auch aktuell eine große Bedeutung in der Pflanzenheilkunde habe. „Es gibt interessante neue Forschungsarbeiten zu dem sehr komplexen Thema Echtes Johanniskraut“, so Johannes Gottfried Mayer von der Universität Würzburg. Deshalb sei die Wahl auf diese Pflanze gefallen.

Natürliches Antidepressivum
Bereits des öfteren konnte klinisch bestätigt werden, dass Johanniskraut-Präparate gegen leichte bis mittelschwere Depressionen wirksam sind. Daran sind verschiedene Mechanismen beteiligt: So tragen die Mittel, wie bei klassischen Antidepressiva, bei innerlicher Anwendung dazu bei, dass spezielle Botenstoffe im Nervensystem (Neurotransmitter) länger und in größerer Menge verfügbar sind. In Folge davon hellt sich die Stimmung des Patienten auf. Zugelassen ist Johanniskraut zudem auch für sogenannte psychovegetative Störungen, Angstzustände und nervöse Unruhe. Über weitere mögliche Anwendungsgebiete, wie etwa bei Burnout-Syndrom, Winterdepression oder prämenstruellen Störungen, sind sich Experten nicht einig.

Testweise in der Krebstherapie eingesetzt
Laut Mayer werden einzelne Extrakte aus der Arzneipflanze mittlerweile auch testweise in der Krebstherapie eingesetzt. Ein weiteres Forschungsgebiet ist die Alzheimer-Erkrankung. In der Pflanzenheilkunde kommt Johanniskraut auch als Tee oder Öl zum Einsatz. So kann das Öl – äußerlich angewendet – dazu verwendet werden, um etwa Schnitt- oder Schürfwunden zu behandeln. Und innerlich kommt es beispielsweise bei einer leichten Magenschleimhautentzündung (Gastritis) oder leichten Erkrankungen der Gallenblase zum Einsatz.

Neben- und Wechselwirkungen
Allerdings sei das Gewächs nicht ganz unproblematisch. Unter anderem kann es Nebenwirkungen wie leichte Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden, Müdigkeit oder phototoxische Reaktion der Haut (Sonnenbrandneigung) mit sich bringen. Zudem erläuterte Mayer: „Es gab Irritationen wegen Wechselwirkungen.“ Johanniskraut verstärkt nämlich im Körper die Wirkung eines Enzyms, das von entscheidender Bedeutung beim Abbau von Arzneimitteln ist. So kann es in Kombination mit anderen Medikamenten dazu führen, dass die anderen Mittel kaum noch wirken. Beispielsweise gilt dies für die Anti-Baby-Pille.

Hoch dosierte Mittel sind apothekenpflichtig
Wenn ein Johanniskraut-Präparat abgesetzt wird, kann es laut dem Studienkreis zu einem „therapeutisch gefährlichem Ansteigen der anderen Arzneimittel“ kommen. Daher sind hoch dosierte Johanniskrautmittel seit 2003 apothekenpflichtig. In der Regel wird das Echte Johanniskraut 15 bis 30 Zentimeter hoch und lässt sich von anderen Johanniskrautarten anhand des Stängels unterscheiden, da er von oben bis unten zwei Kanten hat und nicht hohl, sondern mit Mark gefüllt ist. Außerdem ist die „Arzneipflanze des Jahres“ nicht mit der „Heilpflanze des Jahres“ zu verwechseln. Letztere ist für das Jahr 2015 die Zwiebel. Diese kommt unter anderem als Hausmittel gegen Husten, gegen Appetitlosigkeit, Hals- oder Ohrenschmerzen zum Einsatz. (ad)

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