Arzthelferinnen sollen mehr Hausbesuche übernehmen

Heilpraxisnet

Ausgebildete Praxismitarbeiterinnen können Hausärzte entlasten

26.12.2014

In Thüringen sollen ab dem nächsten Jahr mehr Hausbesuche durch Arzthelferinnen abgedeckt werden. Ziel sei es, dadurch die Arztpraxen zu entlasten, so der Thüringer Hausärzteverband gegenüber der Nachrichtenagentur „dpa“. Durch die Unterstützung der speziell ausgebildeten Praxismitarbeiterinnen könnten Hausärzte zukünftig wieder mehr Zeit für den einzelnen Patienten einplanen.

Überlastung durch steigenden Anteil älterer Menschen
Ab 2015 sollen in Thüringen Arzthelferinnen mehr Hausbesuche als bislang übernehmen. Die Praxismitarbeiterinnen seien dabei speziell für diese Arbeit ausgebildet und könnten unter anderem bei Patienten vor Ort den Blutdruck überprüfen, Blut abnehmen oder Probleme mit Medikamenten besprechen. Wie der Vorsitzende des Thüringer Hausärzteverbandes, Ulf Zitterbart, gegenüber der „dpa“ mitteilt, könnten dadurch die Hausärzte deutlich entlastet werden und wieder mehr Zeit für die einzelnen Patienten aufbringen. Viele Hausärzte seien bereits seit Jahren überlastet, was vor allem mit dem demografischen Wandels und der Zunahme chronischer Krankheiten verknüpft sei. Gerade die zunehmend älter werdende Bevölkerung werde dabei erheblich durch die Mobilität der Praxisassistenz profitieren, so Ulf Zitterbart weiter in einer Mitteilung der AOKplus. „Patienten, die eine so entlastete Arztpraxis aufsuchen, werden die hinzugewonnenen Zeit ihres Hausarztes oder ihrer Hausärztin vor Ort positiv spüren.“

Kassen ab 2015 zur Abrechnung verpflichtet
Wie der Verbandes mitteilt, seien ab 2015 alle gesetzlichen Krankenkassen verpflichtet, Hausbesuche durch die spezialisierten Arzthelferinnen zu honorieren. Dies beträfe laut Kassenärztlicher Vereinigung (KV) derzeit allein in Thüringen rund 280 Mitarbeiterinnen in rund 1600 Hausarztpraxen. Wie die Kassenärztliche Bundesvereinigung informiert, könne demnach jede größere Hausarztpraxis, die einen nichtärztlichen Praxisassistenten beschäftigt, „eine Förderung von bis zu 1.320 Euro im Quartal“ erhalten. Zudem würden die Hausbesuche durch die speziell ausgebildeten Mitarbeiter vergütet. Für die Abrechnung sei jedoch eine Genehmigung der jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigung sowie die Zusatzausbildung der Praxisassistenten notwendig. (nr)

Bild: Andrea Damm / pixelio.de

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