Asthma durch Schimmelpilze

Fabian Peters

Schimmelpilze in der Atemluft erhöhen das Asthmarisiko bei Kindern

05.08.2011

Das Schimmelpilze erhebliche gesundheitliche Risiken mit sich bringen können ist seit langem bekannt. Vor allem die sensiblen Atemwege von Säuglingen und Kleinkindern sind besonders anfällig gegenüber einer Belastung der Atemluft mit Pilzsporen. Dabei drohen schwerwiegende gesundheitliche Beeinträchtigungen, die die Betroffenen unter Umständen ihr Leben lang begleiten.

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Amerikanische Wissenschaftler haben nun in einer Langzeitstudie nachgewiesen, dass mit der Schimmelpilzbelastung für Säuglinge ein signifikant erhöhtes Asthmarisiko einhergeht. Ein vermehrte Anzahl von Pilzsporen in der Atemluft der Kleinkinder habe dazu geführt, dass diese im späteren Kindesalter rund doppelt so häufig unter Asthma litten wie ihre Altersgenossen, schreiben die Forscher um Tiina Reponen von der University of Cincinnati in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Annals of Allergy, Asthma & Immunology“. Damit bestätigen die US-Wissenschaftler den seit langem bestehenden Verdacht, dass Schimmelpilzbelastungen der Atemluft bei Kleinkindern langfristig das Risiko von Krankheiten deutlich erhöhen.

Erhöhtes Allergie- und Asthmarisiko durch Schimmelpilze
Die Sporen der Schimmelpilze stehen schon lange im Verdacht, das Allergierisiko zu erhöhen. Den US-Wissenschaftlern ist nun der Nachweis gelungen, dass Kinder im Säuglingsalter besonders empfindlich auf eine Sporenbelastung der Atemluft reagieren. „Früh im Leben Schimmel ausgesetzt zu sein, scheint eine entscheidende Rolle für die Entstehung von Asthma in der Kindheit zu spielen“, erklärten Tiina Reponen und Kollegen. Die Wissenschaftler hatten bei insgesamt 176 Kindern mit hohem Allergie- und Asthmarisiko im Alter von einem und von sieben Jahren die Schimmelpilzbelastung bei ihnen zu Hause gemessen. Darüber hinaus wurden die Eltern nach anderen Symptomen für Atemwegsbeschwerden und nach weiteren möglichen Risikofaktoren zur Krankheitsentwicklung der Kinder befragt. Bei der Untersuchung der Studienteilnehmer im Alter von sieben Jahren erfassten die Forscher auch die Anzeichen von Allergien und Asthma, da sich frühestens ab diesem Alter eine sichere Asthmadiagnose stellen lässt. Das Ergebnis: Im Alter von sieben Jahren litten rund 18 Prozent der untersuchten Kinder an Asthma. Dabei habe die genetische Veranlagung die entscheidende Rolle in Bezug auf Entwicklung der Asthmaerkrankungen gespielt, berichten die US-Forscher. Dem höchsten Asthmarisiko unterlagen Kinder, deren Eltern bereits unter Allergien oder Asthma litten, so die Aussage der Wissenschaftler.

Säuglinge besonders anfällig gegenüber Schimmelpilzsporen
Allerdings habe auch die Schimmelbelastung der Atemluft einen wesentlichen Einfluss auf das Asthmarisiko. So lag die Wahrscheinlichkeit einer Asthmaerkrankungen bei den Kindern, deren zu Hause im Säuglingsalter mit Schimmelpilzen belastet war, rund doppelt so hoch wie bei den Kindern aus unbelasteten Elternhäusern. Im Alter von sieben Jahren reagierten die Studienteilnehmer hingegen deutlich unempfindlicher auf die Schimmelpilze und zeigten keine besonderen gesundheitlichen Beeinträchtigungen, wenn sie in schimmelbelasteten Haushalten lebten, so die US-Forscher weiter. Die Ergebnisse der Studie legen nahe, dass besonders bei Kleinkindern beziehungsweise Säuglingen der Kontakt mit Schimmelpilzsporen dringend zu minimieren ist. Vor allem in dieser frühen Phase des Lebens könne die Sporenbelastung der Atemluft besonders negative langfristige Folgen für die Gesundheit der Heranwachsenden mit sich zu bringen, erklärten Tiina Reponen und Kollegen.

Klimaanlage reduziert das Asthmarisiko
Im Rahmen ihrer Studie haben die Forscher auch einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Passivrauchen der Heranwachsenden und dem individuellen Asthmarisiko untersucht. Dabei stellten die US-Wissenschaftler fest, dass zeitlich gesehen die vom Passivrauchen ausgehenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen genau umgekehrt liegen, wie bei der Schimmelpilzbelastung. Während Säuglinge laut Aussage der US-Wissenschaftler kaum gesundheitliche Beeinträchtigungen durch das Passivrauchen aufwiesen, stieg das Risiko einer Asthmaerkrankung bei den Siebenjährigen signifikant, wenn bei ihnen zu Hause geraucht wurde. Ein weiteres interessantes Ergebnis der US-Studie war, dass in Haushalten mit einer Klimaanlage sowohl die Kinder im Säuglingsalter als auch die Siebenjährigen offenbar deutlich seltener an Asthma leiden. Eine Klimaanlage könne das Asthmarisiko spürbar reduzieren, berichten die US-Wissenschaftler. (fp)