Asthma: Manche Inhalatoren sind für Patienten nur schwer bedienbar

Alexander Stindt

Haben einige Menschen Probleme mit der Nutzung von Inhalatoren?

Patienten mit Atemwegserkrankungen verwenden häufig sogenannte Inhalatoren, um Medikamente zu sich zu nehmen. Forscher fanden jetzt heraus, dass viele Patienten mit Arthritis Probleme haben, ihre Medikamente mit der Hilfe eines Inhalators einzunehmen, weil ihnen die Handhabung der Geräte schwer fällt.


Die Forscher der Universität Bath stellten bei ihrer Untersuchung fest, dass der Umgang mit Inhalatoren einigen Menschen mit Atemwegserkrankungen sehr schwer fällt. Wenn sie beispielsweise gleichzeitig unter rheumatoider Arthritis leiden, führt dies dazu, dass die Betroffenen ihre Medikamente nicht richtig einnehmen können. Die Wissenschaftler veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der englischsprachigen Fachzeitschrift „Respiratory Medicine„.

Vielen Menschen mit rheumatoider Arthritis fällt der richtige Einsatz von Inhalatoren sehr schwer. (Bild: zlikovec/fotolia.com)

Rheumatoide Arthritis kann Umgang mit Inhalatoren erschweren

Atemwegserkrankungen, einschließlich Asthma oder chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD), sind bei Menschen mit rheumatoider Arthritis weit verbreitet. Schätzungsweise leiden mehr als 60.000 Menschen alleine in Großbritannien sowohl unter rheumatoider Arthritis als auch unter einer Lungenerkrankung, erklären die Autoren. Es sollte überprüft werden, ob Patienten mit Atemwegserkrankungen und rheumatoider Arthritis ihre Inhalatoren richtig verwenden können, sagen die Experten. So könnte das Risiko reduziert werden, dass betroffene Menschen ihre Medikamente nicht richtig einnehmen können.

Nur 15 Prozent der Teilnehmer konnten manche Geräte korrekt verwenden

Bei der Untersuchung verglichen die Forscher vier verschiedene handelsübliche Inhalatoren. Das Team rekrutierte dafür insgesamt 34 Probanden mit rheumatoider Arthritis und verglich, wie gut sie diese vier Arten von üblicherweise verschriebenen Inhalatoren verwenden konnten. Die Ergebnisse wurden dann mit einer gesunden Kontrollgruppe verglichen. Die Wissenschaftler stellten fest, dass nur 15 Prozent der Arthritis-Patienten alle Schritte zur Verwendung eines sogenannten Handihaler-Inhalators durchführen konnten. In der Kontrollgruppe lag der Wert dagegen bei 94 Prozent. Es werden sieben Schritte benötigt, um einen Handihaler richtig zu bedienen, wie beispielsweise das Entfernen der Medikamente aus ihrer Verpackung und das Einführen in den Inhalator. Arthritis betrifft häufig die Hände, die Erkrankung macht komplexe oder kontrollierte Handlungen schwierig und schmerzhaft, was zu Problemen beim Einsatz von Inhalatoren führen kann.

Turbohaler war einfacher einzusetzen

Im Gegensatz dazu konnten 85 Prozent der Arthritis-Patienten und 100 Prozent der Teilnehmer der Kontrollgruppe einen Inhalator namens Turbohaler korrekt verwenden. Bei diesem müssen nur drei Schritte durchgeführt werden: Kappe abschrauben, Drehmechanismus verwenden und die Kappe wieder einsetzen.

Inhalatoren müssen richtig verwendet werden

„Diese Ergebnisse zeigen, wie wichtig es ist, dass Gesundheitsfachkräfte sicherstellen, dass Menschen jeden Inhalator verwenden können, den sie verschrieben bekommen. Wenn jemand von einer Apotheke mit einem neuen Inhalator nach Hause kommt und feststellt, dass er ihn nicht benutzen kann, wird seine Lungenerkrankung nicht richtig behandelt und der NHS verliert Geld, da einige Inhalatoren mehr als 50 Pfund kosten“, erläutert Dr. Matthew Jones von der Abteilung für Pharmazie und Pharmakologie der Universität Bath in einer Pressemitteilung.

Asthma kann tödliche Folgen haben

Die möglichen Folgen, wenn ein Inhalator nicht physisch bedient werden kann, sind für die Patienten sehr schwerwiegend sein, da schlecht behandeltes Asthma tödlich enden kann, fügt der Experte hinzu. Apotheker, Ärzte und Krankenschwestern sollten deswegen überprüfen, ob Patienten verschriebene Inhalatoren richtig verwenden können. So können bessere Ergebnisse erzielt werden und Stress und Irritation eines komplexen und schwierigen Prozesses können für den Patienten vermieden werden. Niemand möchte sehen, dass Patienten unnötigerweise damit zu kämpfen haben Medikamente zu nehmen, die sie benötigen, um mit ernsthaften Erkrankungen fertig zu werden. Daher führen die Ergebnisse der Studie hoffentlich zu einer Änderung, sagen die Forscher. (as)