Asthma-Patienten wenden Homöopathie an

Heilpraxisnet

Viele Asthma-Patienten wenden Homöopathie und andere CAM-Verfahren an

31.10.2013

Wissenschaftler der kanadischen University of British Columbia haben in einer populationsbezogen Studie untersucht, ob und welche Therapieverfahren von Asthma-Patienten parallel zur konventionellen Therapie angewendet werden. Veröffentlicht wurde die Studie im British Medical Journal (BMJ Open 2013; 3: e003360). Neben der Homöopathie setzen Asthmatiker auch Phytotherapie, Akupunktur, Diäten und Chiropraktik ein. Als Grund für die parallele Anwendung vermuten die Forscher Unzufriedenheit bei den Patienten mit der konventionellen Medizin. Frauen und Patienten mit unkontrolliertem Asthma setzen komplementäre Heilverfahren besonders häufig ein, besagt die Studie. Der behandelnde Arzt solle dies als Zeichen wahrnehmen und das Asthmamanagement kritisch überprüfen, da die Beschwerden durch die Basistherapie nicht unter Kontrolle seien.

„Nicht was der Patient hat, ist wichtig, sondern wie es ihm geht“
Viel Erfahrung in der homöopathischen Behandlung von Asthmapatienten hat Dr. Stephan Heinrich Nolte, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin aus Marburg. Nolte hat eine Homöopathie-Diplom Ausbildung des DZVhÄ. Der Facharzt betont im Interview in der Herbstausgabe der Publikumszeitschrift Homöopathie des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte (DZVhÄ), dass bei der Akutbehandlung eines schweren Asthmas Bronchien erweiternde Medikamente unverzichtbar seien und dass bei einem schweren Anfall manchmal auch kurzfristig hochdosiert Cortison gegeben werden müsse. „Am Anfang der Behandlung verzichte ich ungern auf diese Medikamente. Das Ziel der homöopathischen Behandlung ist jedoch, sie im Laufe der Zeit, wenn es dem Patienten besser geht, abzusetzen“, erklärt Nolte. Im Gegensatz zur konventionellen Medizin, die die Krankheit mithilfe der sogenannten „Disease-Management-Programme“ (DMPs) managed, behandelt der homöopathische Arzt nicht die Diagnose Asthma, sondern den
Menschen mit asthmatischen Symptomen, und betrachtet den Auslöser sowie die Begleitumstände der Erkrankung. „Auslöser und Begleitumstände machen das Krankheitsbild individuell.

Nicht die Krankheitssymptome selbst, die bei allen Patienten ähnlich sind“, sagt Nolte. Weltweit sind zwischen fünf und zehn Prozent der Menschen aller Altersgruppen von Asthma bronchiale betroffen. In Deutschland haben etwa fünf Prozent der Erwachsenen und rund zehn
Prozent aller Kinder Asthma bronchiale. Bei Kindern ist die Krankheit damit – sowohl in Deutschland als auch weltweit – die am häufigsten auftretende chronische Erkrankung. (pm)

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Bild: Günther Richter / pixelio.de