Asthma, Raucherhusten und Co: Mit Atemwegserkrankungen an Silvester nicht ins Freie

Alfred Domke
Menschen mit Atemwegserkrankungen gehen an Silvester besser nicht vor die Tür
In vielen Ländern der Welt wird das neue Jahr mit einem prächtigen Feuerwerk begrüßt. Doch nicht alle Menschen sollten in der Silvesternacht vor die Tür gehen. Wer an Atemwegserkrankungen leidet, sieht sich das bunte Spektakel besser von drinnen an.

Gesundheitsgefahren in der Silvesternacht
Zum Jahreswechsel wird der Himmel wieder in bunten Farben erstrahlen. Die glitzernden Raketen erfreuen zwar meist Groß und Klein, doch durch das Silvester-Feuerwerk drohen auch Gesundheitsgefahren. So können Böller und Co unter anderem Verbrennungen oder Verletzungen an den Händen verursachen. Außerdem belastet die Knallerei die Ohren. Manche Menschen sollten in der Silvesternacht ohnehin am besten nicht vor die Tür gehen.

Menschen mit Atemwegserkrankungen wie Asthma oder COPD sollten sich das Silvester-Feuerwerk besser von drinnen ansehen. Der dabei entstehende Rauch und Feinstaub kann für sie ein Gesundheitsrisiko darstellen. (Bild: eyetronic/fotolia.com)

Feuerwerk von drinnen bestaunen
Wer an einer Atemwegserkrankung leidet, guckt sich das Silvester-Feuerwerk besser von drinnen an.

Denn der dabei entstehende Rauch und Feinstaub kann für Patienten mit chronischen Lungenerkrankungen wie Asthma bronchiale oder COPD (Raucherhusten) ein Gesundheitsrisiko darstellen.

Darauf haben die Lungenärzte des Bundesverbands der Pneumologen (BdP) auf dem Internetportal „Lungenärzte im Netz“ hingewiesen.

Bis zu 30 giftige Metallverbindungen
Laut den Experten werden dem Schwarzpulver unterschiedliche Metallverbindungen wie Blei oder Arsen für die Farbe Blau und Strontiumsalze für die Farbe Rot zugesetzt, um mit den Silvesterraketen verschiedene Farbeffekte zu erzielen.

„Insofern kann die Luft nach größeren Feuerwerken Feinstaubpartikel mit bis zu dreißig giftigen Metallverbindungen enthalten, die aufgrund ihres geringen Durchmessers von wenigen Mikrometern tief in die Lunge vordringen und dort Entzündungsreaktionen hervorrufen können“, erläuterte Dr. Andreas Hellmann, Vorsitzender des BdP.

„Das stellt für Lungenkranke eine echte Herausforderung mit gesundheitlicher Gefährdung dar – vor allem für COPD-Patienten, die sowieso schon unter Atembeschwerden wie Atemnot, Husten und Auswurf leiden“, so der Mediziner.

Nicht direkt in die Windrichtung stellen
Bei Asthmatikern können die Reizstoffe einen Anfall auslösen. Um möglichst wenig Feinstaub aus abgeschossenen Feuerwerksraketen einzuatmen, sollten Patienten mit einer chronischen Lungenerkrankung darauf achten, dass sie sich nicht direkt in die Windrichtung des Rauchs stellen.

„Noch empfehlenswerter ist es sicherlich, das Feuerwerk an Silvester aus einem gewissen Sicherheitsabstand heraus oder vom geschlossenen Fenster aus zu beobachten“, sagte Dr. Hellmann.

Spaziergänge im neuen Jahr sollte man besser auf eine Zeit verschieben, wenn sich der Rauch gänzlich verzogen hat und die Luft wieder sauber ist. Das kann in Großstädten einige Tage dauern. (ad)