Augen brauchen Schutz vor UV-Strahlen

Fabian Peters

Auch bei wolkigem Wetter die Augen vor UV-Strahlen schützen

25.07.2012

Sonniges Wetter bedarf nicht nur eines besonderen Schutzes der Haut, sondern auch die Augen sollten vor dem schädlichen UV-Licht bewahrt werden, so die Mitteilung des Kuratoriums Gutes Sehen (KGS). Ein Tag am See könne aufgrund der Reflexion des Sonnenlichts durch die Wasseroberfläche schon an wolkigen Sommertagen zu einer Belastung für die Augen werden, warnen die Experten.

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Kinder und Menschen mit Grauem Star sind laut Aussage der Experten durch die UV-Strahlen des Sonnenlichtes besonders gefährdet. Generell sollte das Risiko auch bei bewölktem Wetter nicht unterschätzt werden. Abhilfe kann eine gute Sonnenbrille schaffen, die „sowohl vor dem gleißenden sichtbaren als auch vor dem heimtückischen unsichtbaren Anteil des Sonnenlichts“ schützt, berichtet das Kuratorium Gutes Sehen in Berlin.

Unsichtbare UV-Strahlen schädigen das Auge
Die UV-Strahlen sind für die Augen zwar nicht sichtbar, hinterlassen jedoch trotzdem ihre Spuren. „Sind die Augen nach einem Tag an der frischen Luft gerötet, fühlen sich verspannt an oder tränen, sollte ihnen ein paar Tage Ruhe vor der Sonne gegönnt werden“, berichtet das KGS. Spätestens bei derartigen Anzeichen müsse eine Sonnenbrille mit ausreichendem Blend- und UV-Schutz her. Das Risiko durch die UV-Strahlen bestehe auch bei bewölktem Sommer, wenn sich viele reflektierende Oberflächen im Umfeld befinden. So ist laut KGS zum Beispiel „bei längeren Aufenthalten am Wasser“ besondere Vorsicht geboten, „sei es bei ausgedehnten Spaziergängen oder beim entspannten Lesen am Strand.“ Denn die Wasseroberfläche aber auch der Sand und sogar das weiße Papier von Büchern beziehungsweise Zeitungen reflektieren die Sonnenstrahlen besonders stark. Die UV-Strahlen kommen hier nicht nur von oben, sondern durch die Reflexion auch von unten.

Sonnenbrille mit ausreichendem Blend- und UV-Schutz
Bei der Auswahl der Sonnenbrille sollten Verbraucher darauf achten, dass diese einen angemessenen UV-Schutz bietet. Die Farbe der Gläser spiele hier keine Rolle, erläuterten die Experten des KGS. Möglicher Hinweis auf den UV-Filter der Sonnenbrillen könne das CE-Zeichen auf der Innenseite des Brillenbügels sein, welches belegt, dass die Brille die grundlegenden EU-Sicherheitsforderungen erfüllt. Diese Kennzeichnung ist für Produkte in Deutschland Pflicht, doch bietet sie prinzipiell keinerlei Sicherheit, da eine Kontrolle der Verwendung durch eine unabhängige Instanz fehlt. Viele ausländische Hersteller drucken das Siegel auf ihre Produkte, ohne sich tatsächlich an die Sicherheitsvorgaben der EU zu halten. Um sicherzugehen können sich die Verbraucher an einen Optiker wenden, der sie bei der Auswahl einer Sonnenbrille mit ausreichendem Blend- und UV-Schutz berät. Der Optiker könne den Kunden auch bezügliche der Qualität der Brillengläser und dem bequemen Sitz der Brille weiterhelfen. So sei zum Beispiel „garantiert, dass die Brillengläser keine Schlieren oder Blasen haben, die das Sehen mühsam machen“, erklärte das Kuratorium Gutes Sehen. Auch Kontaktlinsenträgern rät das KGS zum Tragen einer Sonnenbrille. Zwar hätten viele Kontaktlinsen heute „einen integrierten UV-Filter, der das Augeninnere schützt“, doch die Linsen bedecken nur einen Teil des Auges, so dass „eine zusätzliche Sonnenbrille für Linsenträger Pflicht“ ist, erklärten die Experten des KGS.

Sonnenschutz für die Augen nicht vernachlässigen
Generell haben sich mittlerweile die meisten Menschen daran gewöhnt, beim Aufenthalt im Freien ihre Haut vor den Sonnenstrahlen zu schützen, doch bei den Augen sind viele noch etwas nachlässig. Das Risiko der unsichtbaren UV-Strahlen für die Augen ist weniger präsent, da keine auffälligen Reaktionen, wie beispielsweise ein Sonnenbrand, drohen. Dennoch ist insbesondere bei vorbelasteten Menschen und Kindern Vorsicht geboten. Zu den vorbelasteten Menschen zählen zum Beispiel Grauen-Star-Patienten, deren trüb gewordene Linse durch eine neue ersetzt wurde. Dies betrifft laut KGS in Deutschland pro Jahr etwa 600.000 Patienten, wobei „viele dieser künstlichen Linsen die Netzhaut nicht so gut vor UV-Strahlung schützen wie die natürliche Linse“, berichtet Dr. Wolfgang Wesemann, Direktor der Höheren Fachschule für Augenoptik Köln in der Pressemitteilung des KGS. Dem Fachmann zufolge sollten „Grauer-Star-Patienten nach einer Operation besonders sorgfältig auf den Schutz ihrer Augen achten.“ Auch die Augen von Kindern bedürfen laut Aussage des Experten eines besonderen Schutzes, da deren Augenlinsen klarer und damit erheblich durchlässiger sind als die von Erwachsenen. (fp)