Augenklinik: Viele Patienten nach Sonnenfinsternis

Heilpraxisnet

Augenkliniken: Mehr Patienten nach Sonnenfinsternis

21.03.2015

Hunderttausende hat es zur Sonnenfinsternis nach draußen getrieben, um dem seltenen Spektakel beizuwohnen. Doch obwohl im Vorfeld immer wieder davor gewarnt wurde, dass man sich mit speziellen Brillen schützen sollte, haben das offenbar viele nicht befolgt. Weit mehr Menschen als sonst haben sich in den Stunden nach der Sofi bei Augenkliniken gemeldet.

Sonnenfinsternis ungeschützt beobachtet
Die Sonnenfinsternis hat allein in Deutschland Hunderttausende ins Freie getrieben, um dem seltenen Himmelsereignis live beizuwohnen. Bereits Wochen vor dem Ereignis habenExperten darauf hingewiesen, dass man nicht mit ungeschütztem Blick in Sonne sehen sollte, damit man keine Augenschäden riskiert. Es wurde unter anderem zu sogenannten SoFi-Brillen mit schützender Filterfolie geraten. Doch offenbar haben etliche Menschen die Warnungen von Medizinern, dass die UV-Strahlung der Netzhaut schaden kann, nicht ernst genug genommen und haben die partielle Sonnefinsternis ungeschützt beobachtet.

Mehr Menschen suchen Augenkliniken auf
In den Stunden nach der Sonnenfinsternis haben sich einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa zufolge mehr Menschen als sonst bei Augenkliniken gemeldet. So berichtete eine Sprecherin der Charlottenklinik für Augenheilkunde in Stuttgart: „Es kamen vermehrt Patienten in die Notaufnahme.“ Sie wollte allerdings keine genauere Angaben zu den Schädigungen oder der Anzahl der Patienten machen. Weiter wird berichtet, dass sich bei der Klinik für Augenheilkunde der Universität Frankfurt bis zum Nachmittag rund 15 „Sofi“-Fans meldeten.

Netzhaut sendet keinen Schmerzimpuls
Zuvor hatten Experten eindringlich davor gewarnt, direkt und ohne Schutz in die Sonne zu schauen, da beim Betrachten die Netzhaut geschädigt werden könne. Es hieß: „Anders als bei voller Sonneneinstrahlung, bei der das Auge wegen der Helligkeit ein direktes Hineinschauen verweigert, ist bei einer Sonnenfinsternis dieser Reflex eingeschränkt.“ Weil die Netzhaut keinen Schmerzimpuls sendet, bemerkt ein Betroffener, der die Sonnenfinsternis ohne geeigneten Schutz beobachtet hat, Schäden am Auge nicht durch Schmerzen.

Bei Problemen schnell zum Augenarzt
Georg Eckert vom Berufsverband der Augenärzte (BVA) erklärte, dass sich Schäden stattdessen etwa durch eine Verdunklung im Zentrum des Blickfeldes zeigen, weil die Stelle des schärfsten Sehens geschädigt wurde. Auch diejenigen, die nach dem Spektakel nicht mehr so scharf sehen wie vorher, haben möglicherweise ihre Netzhaut geschädigt. Die Ausprägung der Beeinträchtigungen hängt davon ab, wie intensiv die Einstrahlung war und wie lange man in die Sonne geschaut hat. Wenn man solche Probleme bemerkt, sollte man schnellstens einen Augenarzt aufsuchen. Laut Eckert kann man zwar bei einer solchen Schädigung der Netzhaut nicht viel machen, doch manchen Betroffenen können entzündungshemmende Augentropfen helfen. (ad)

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>Bild: Thorben Wengert / pixelio.de