Augenlaser – worauf Patienten achten sollten

Heilpraxisnet

Kommission Refraktive Chirurgie erneut Richtlinien

03.04.2014

Wer von einem Leben ohne Brille oder Kontaktlinsen träumt und sich für eine Augenlaseroperation (LASIK) entschieden hat, verliert sich im Anschluss meist im Dschungel von hunderten Anbietern. Hier die richtige Klinik herauszufinden, ist für Laien ein oft schwieriges Unterfangen. Dr. Kaweh Schayan-Araghi, ärztlicher Leiter der Artemis Augenklinik Frankfurt und Vorstandsmitglied des Berufsverbandes der Augenärzte Deutschland (BVA), erklärt, worauf Patienten bei der Wahl des richtigen Augenarztes achten sollten:

LASIK-TÜV weist den richtigen Weg
Eine gute Orientierungshilfe bei der Kliniksuche bietet das sogenannte LASIK-TÜV-Süd-Siegel. Ärzte und Kliniken, die dieses Gütezeichen führen, halten festgelegte Behandlungs- und Hygienestandards ein und stehen in puncto Quantität sowie Qualität ihrer Operationen regelmäßig auf dem Prüfstand. Anhand des TÜV-Gütesiegels erkennen Interessierte auf den ersten Blick, welche Kliniken eine gute Qualität bieten, moderne Anforderungen erfüllen und schon viele dieser Eingriffe durchgeführt haben. Achtung: Es sollte nicht verwechselt werden mit dem TÜV-Siegel ohne LASIK-Zusatz, das nicht die medizinischen Abläufe bewertet.

Erster Eindruck entscheidend
Grundsätzlich lässt die Anzahl der durchgeführten Operationen und die Erfolgsquote auf Güte und Kompetenz des Mediziners schließen. Ein erfahrener Augenchirurg, der etwa 250 Eingriffe im Jahr vornimmt, beherrscht in der Regel sein Handwerk. Zudem sollten alle technischen Geräte dem neuesten Stand der Technik entsprechen und ebenso wie die weitere Ausstattung einen hygienisch einwandfreien Eindruck machen. Zwar gestaltet es sich als Laie oft nicht leicht, diese Punkte zu beurteilen, dennoch lohnt sich beim Erstbesuch ein kritischer Blick und es zählt auch hier der berühmte „erste Eindruck“. Ein guter Augenarzt nimmt sich außerdem viel Zeit für umfassende Beratung, Eignungstests und geht auf die persönlichen Bedürfnisse und die Lebenssituation des Patienten ein. Er stellt verschiedene Verfahren vor, erläutert Vor- und Nachteile und findet im ausführlichen Gespräch heraus, welche Methode sich im individuellen Fall am besten eignet.

Breites Spektrum an Behandlungsmethoden
Wichtig ist, dass der Arzt auch andere Verfahren der refraktiven Chirurgie wie z.B. den Linsenaustausch oder die Einpflanzung von zusätzlichen Linsen zur körpereigenen Linse anbietet und damit eine große Erfahrung hat. Nur so kann gewährleistet werden, dass das jeweils optimale Verfahren zur Anwendung kommt und nicht dasjenige, das eben als einziges angeboten wird.

Arzt sollte in KRC-Liste vertreten sein
Für Patienten ist vor allem eine Neuerung besonders wichtig: Ab sofort empfiehlt die Kommission für Refraktive Chirurgie, sie bewertet und sichert die Qualität solcher Eingriffe, in ihren Richtlinien während der gesamten Behandlungskette die ständige Anwesenheit eines in der KRC-Anwenderliste geführten Augenarztes. Von Diagnose und Notwendigkeit des Eingriffs über Aufklärung und Voruntersuchung bis hin zur OP und Nachuntersuchung sollten sich Patienten an eine Klinik mit KRC-gelisteten Kollegen wenden. Patienten sollten dann darauf achten, dass sie bereits bei der Voruntersuchung und im Vorgespräch einen KRC-geschulten Augenarzt sehen und nicht von einem refraktiven Chirurgen mit nur wenig Erfahrung oder gar ausschließlich von einer medizinischen Hilfskraft (z.B. Optiker) untersucht werden. Außerdem müssen Aufklärung und die Erläuterung der Notwendigkeit des Eingriffs bereits vor dem OP-Tag erfolgen, um eine ausreichende Bedenkzeit zu gewährleisten. (pm)

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