Augleichszahlungen für Diabetes Medikament Avandia

Sebastian

Der Pharmakonzern GlaxoSmithKline will laut einer Agenturmeldung Ausgleichszahlungen für das umstittene Diabetes Medikament "Avendia" vornehmen.

(14.07.2010) Laut einer aktuellen Agenturmeldung wird der englische Pharmahersteller "GlaxoSmithKline" aufgrund des umstrittenen Diabetes Medikaments "Avandia" Ausgleichszahlungen von insgesamt 460 Millionen Euro an die Kläger vornehmen. Avandia steht im Verdacht möglicherweise zu tödlichen Herzkrankenheiten zu führen. Bereits vor zwei Jahre soll es klinische Hinweise darauf gegeben haben, dass der in Avendia enthaltene Wirkstoff "Rosiglitazon" das Herz schädigen könne.

Insgesamt sind 10.000 Klagen allein in den USA gegen den Pharamriesen gestellt worden. Mit dem Millionenbetrag wolle "GlaxoSmithKline" den Streit beilegen. Die Agentur "Bloomberg" hatte am Dienstag darüber berichtet, dass eine solche Einigung zu Stande gekommen wäre. Die Agentur beruft sich dabei auf "vertraute Personen". Eine offizielle Stellungnahme von Seiten der Kläger oder des Konzern gibt es jedoch bislang nicht. Die Eil-Meldung über einen möglichen Vergleich kam am Vorabend der wichtigen Entscheidung der US-Gesundheitsbehörde FDA. Ein Ausschuss will am Mittwoch der FDA eine Empfehlung darüber abgeben, ob das Arzneimittel Avandia vom Markt genommen werden muss. Der Konzern wollte zum Zeitpunkt des Berichtes darüber keine Stellungnahme abgeben.

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Zu den Klagen war es gekommen, nachdem eine klinische Studie nachgewiesen hatte, dass das Arzneimittel für Diabetes Erkrankte zu schweren Herzproblemen führen kann. Seitdem ist das Medikament umstritten und wird von allen Seiten heftigst kritisiert. Laut "New York Times" habe ein interner US-Regierungs-Report empfohlen, das Medikament Avandia sofort vom Markt zu nehmen. Zudem habe das Arzneimittel laut der Times allein im dritten Quartal 2009 zu 304 Todesfällen geführt. Zwei US-Senatoren warfen dem Pharmakonzern vor, bereits vor 2007 von den möglichen Herzproblemen gewusst zu haben.

Auch europäische Arzneimittelbehörden werden das Medikament mit Sicherheit erneut prüfen. In Deutschland hatte der Gemeinsame Bundesausschuss kürzlich das Medikament zusammen mit ähnlichen Arzneimitteln aus der Erstattung der gesetzlichen Krankenkassen genommen. Ob in Deutschland ebenfalls gegen den Pharmakonzern geklagt wurde, ist bislang unbestätigt. (sb)

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Bild: Rainer Sturm / pixelio.de