Aurich: Dioxin in Eiern aus Bodenhaltung

Fabian Peters

Erneuter Nachweis von Dioxin-Eiern im Landkreis Aurich

09.08.2012

Nachdem letzte Woche in Freilandeiern eines Betriebes aus dem Landkreis Aurich erhöhte Dioxin- und PCB-Werte festgestellt wurden, hat das niedersächsische Landesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit heute bei amtlichen Proben von dem Hof in Ostfriesland auch eine Grenzwertüberschreitung in den Eiern aus der Bodenhaltung entdeckt. Nun sind beide Bereiche – Freiland- und Bodenhaltung – des Legehennenbetriebes amtlich gesperrt., berichtet das niedersächsische Verbraucherschutzministerium.

Mehr zum Thema:

Die Vermarktung der Dioxin belasteten „Eier, die in diesem Fall ausschließlich regional erfolgt, wurde vom Landkreis sofort untersagt“, so die aktuelle Mitteilung des niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung angesichts des erneuten Dioxin-Nachweises. Betroffen sind Eier mit der Stempelnummer 2-DE-0357411. Vor dem Verzehr der belasteten Eier wird eindringlich gewarnt. Welche Ursache die Verseuchung hat, ist bislang völlig unklar.

Deutliche Grenzwertüberschreitung bei den Eiern aus Bodenhaltung
Im Zuge der „Ermittlungen zu einer Höchstgehaltsüberschreitung des Summenwerts aus Dioxin und dioxinähnlichen PCB in Freilandeiern im Landkreis Aurich in der vergangenen Woche wurden heute in amtlichen Proben erneut Überschreitungen festgestellt“, so die offizielle Mitteilung des Ministeriums. Dabei waren auch die Eier der Bodenhaltung des Betriebes betroffen. Hier erreichten die Belastungen mit Summenwerten von bis zu 40,86 Pikogramm je Gramm Eifett sogar knapp das fünffache der Werte, die vergangene Woche gemessen wurden. Der zulässige Grenzwert liegt bei lediglich fünf Pikogramm Dioxin und dioxinähnlichem PCB je Gramm Eifett.

Langfristiges Gesundheitsrisiko durch Dioxine
Den Angaben des niedersächsische Verbraucherschutzministeriums zufolge, gilt „eine gesundheitliche Gefährdung der Verbraucher bei einem kurzzeitigen Verzehr als unwahrscheinlich“, doch seien „vermeidbare zusätzliche Belastungen mit Dioxinen und PCB generell nicht zu tolerieren.“ Denn das Umweltgift kann vom menschlichen Organismus kaum abgebaut werden, so dass sich im Laufe des Lebens aufgenommenes PCB und Dioxin im Körper anreichern. Hierdurch drohen weitreichende gesundheitliche Konsequenzen, wie beispielsweise Beeinträchtigungen der Fruchtbarkeit oder ein erhöhten Risiko von Fehlgeburten und Missbildungen beim Nachwuchs. Darüber hinaus gelten Dioxin und PCB als mögliche Ursachen einer Krebserkrankung. „Vom Konsum noch beim Verbraucher befindlicher Eier wird daher abgeraten“, warnt das Ministerium.

Vermehrt Grenzwertüberschreitungen bei Dioxin und PCB
Die nach dem Dioxin-Skandal 2011 um belastetes Futtermittel eingeführte verbesserte Meldepflicht bei Grenzwertüberschreitung hatte zur Folge, das in den vergangenen Monaten immer häufiger erhöhte Dioxin-Belastungen bei Eiern gemeldet wurden. Dabei waren zuletzt ein Hof im Landkreis Oldenburg, drei Höfe im Landkreis Aurich und ein Betrieb aus den nordrhein-westfälischen Landkreis Borken betroffen. Die Meldungen machen auch deutlich, wie es um die Einhaltung der Grenzwerte bei Dioxin und PCB insgesamt bestellt ist. So waren entsprechende Belastungen zumindest in den Betrieben, wo die Verseuchung nicht vom Futtermittel sondern vom Boden beziehungsweise Untergrund oder dem Dämmmaterial ausging, wahrscheinlich auch schon früher vorhanden. Sie sind jedoch erst jetzt aufgefallen.

Auf welche Weise die aktuelle Dioxin-Verseuchung der Eier im Landkreis Aurich eingetreten ist, konnten die zuständigen Behörden bislang nicht klären. „Eine Eintragsursache wurde noch nicht ermittelt, wird jedoch mit Nachdruck verfolgt“, so die Mitteilung des niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung. (fp)