Aus für Avastin gegen Brustkrebs

Astrid Goldmayer

Aus für Avastin gegen Brustkrebs in den USA

21.11.2011

Die amerikanische Arzneimittelbehörde (FDA) hat die Zulassung für das Medikament Avastin für die Brustkrebsbehandlung endgültig am letzten Freitag widerrufen. Diese Entscheidung trifft den Hersteller Roche schwer. Dennoch gibt sich der Konzern zuversichtlich. Er wolle seinen Markt nun weiter in China und Lateinamerika ausbauen. Außerdem ist das Medikament weiterhin für Darm-, Lungen-, Nieren- und Gehirnkrebs in den USA zugelassen.

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Amerikanische Arzneimittelbehörde bemängelt fehlende Studien
Avastin wurde ursprünglich von der Tochterfirma Genentech als Medikament gegen Brustkrebs (Mammakarzinom) positioniert. Nun hält die FDA den Einsatz des Medikaments in diesen Bereich für ungeeignet. Die Behörde begründet ihre Entscheidung mit einem Mangel an Studien, die den Erfolg des Medikaments bei Brustkrebs belegen.

In Europa wird der Einsatz von Avastin in der Brustkrebstherapie ganz anders bewertet. Während das Medikament in den USA nicht mehr für diesem Bereich zugelassen ist, hat die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) den Einsatz des Wirkstoffs Bevacizumab (Handelsname: Avastin) in der Brustkrebstherapie erweitert.

Der Konzern gibt nicht auf
Roche geht nun in die Gegenoffensive und plant für das nächste Jahr weitere Studien, die das Indikationsspektrum für Avastin erweitern sollen. Der Konzern will die Zulassung des Medikaments für die Eierstockkrebstherapie in den USA beantragen. In Europa hat er dies bereits getan. Das Medikament ist einer der größten Hoffnungsträger des Konzerns. Arbeitsplätze würde der Konzern nach eigenen Angaben aber wegen der verweigerten Zulassung für Brustkrebs in den USA nicht abbauen. (ag)

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Bild: Andrea Damm / pixelio.de