Ausdauertraining gegen Infektionen

Fabian Peters

Ausdauersport kann das Immunsystem stärken

02.01.2013

Das körperliche Bewegung eine positive Wirkung auf den Organismus hat, ist seit langem bekannt. Sport kann laut Aussage der Experten durchaus dazu dienen, die Abwehrkräfte zu stärken und den Krankenstand insgesamt zu verringern. Besonders empfehlenswert sind dabei Ausdauersportarten, wie Radfahren, Laufen oder Schwimmen. Allerdings sollten Überlastungen möglichst vermieden werden, da sonst eine kontraproduktive Wirkung droht.

Regelmäßiges Ausdauertraining von moderater Intensität und moderatem Umfang stärke das Immunsystem und verbessere die Funktion bestimmter Immunzellen, erläuterte der Diplom-Sportlehrer Markus Wanjek von der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement/BSA-Akademie in Saarbrücken gegenüber der Nachrichtenagentur „dpa“.
Auf diese Weise könne der Ausdauersport das Immunsystem stärken. Um die körpereigene Immunabwehr zum Jahresbeginn auf Vordermann zu bringen, sei Ausdauertraining gut geeignet. Insbesondere „die Infektrate der oberen Atemwege“ könne durch die moderaten sportlichen Aktivitäten deutlich „reduziert werden“, wobei einige kurze Trainingseinheiten pro Woche bereits eine deutliche Wirkung zeigen.

Sport stärkt die Abwehrkräfte und hilft gegen Stress
Ist das Immunsystem geschwächt, können Krankheitserreger umso leichter in den Organismus eindringen und zum Teil schwere Infektionen auslösen. Daher sei gerade Menschen, bei denen die Abwehrkräfte nicht optimal funktionieren, ein moderates Ausdauertraining zu empfehlen, erläuterte der Mediziner. Dies gelte auch für Seniorinnen und Senioren, deren Immunabwehr oft bereits nachlässt. Da Stress eine schwächende Wirkung auf das Immunsystem zugeschrieben wird und Sport zur Stresslinderung beitragen kann, ist hier auf zweifache Weise ein positiver Effekt für die Immunabwehr zu erzielen. So hatte die Präsidentin des Berufsverbands Deutscher Psychologinnen und Psychologen, Sabine Siegl, Mitte des Jahre mitgeteilt, dass zahlreiche psychische Erkrankungen „bereits im Entstehen aufgefangen werden“ könnten und sich „durch kluge und nachhaltige Präventionsmaßnahmen viel Leid und Kosten verhindern“ ließen, wobei Sport explizit als Präventionsmaßnahme zu nennen sei. Dieser helfe auch beim Umgang mit Stress und schütze auf diese Weise vor Burnout, so Sieg weiter.

Ausdauertraining sollte individuell angepasst sein
Bei Beginn mit dem Ausdauertraining ist es „wichtig, das Training individuell auf den eigenen Trainingszustand anzupassen“, erläuterte Markus Wanjek. Hier komme je nach Trainingszustand und Vorliebe zum Beispiel Jogging oder Walking an der frischen Luft in Betracht. Alternativ sei auch Indoor-Training am Radergometer, auf dem Crosstrainer, dem Laufband oder mit einem Rudergerät geeignet. Die Trainierenden sollten dabei Überlastungen jedoch dringend vermeiden. Denn „ein zu intensives, zu umfangreiches und erschöpfendes Ausdauertraining mit nicht ausreichenden Erholungsphasen bewirkt Gegenteiliges“, so die Warnung des Mediziners. Für Trainingsanfänger reiche beispielsweise Ausdauertraining zwei- bis dreimal in der Woche mit jeweils circa 30-minütigen Trainingseinheiten vollkommen aus. Wird der Organismus durch den Sport zu stark beansprucht, droht laut Aussage des Experten eine vorübergehende Schwächung des Immunsystems und eine entsprechend erhöhte Infektanfälligkeit. (fp)

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