Auslöser für Nickelallergie: Modeschmuck und Co. im Test

Alfred Domke

Modeschmuck häufig Auslöser für Nickelallergien

Manche Menschen reagieren allergisch, wenn sie mit Gegenständen in Kontakt kommen, die Nickel enthalten. Eigentlich gelten bestimmte Grenzwerte, doch diese werden mitunter überschritten. Unter anderem bei Modeschmuck. Das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern hat nun einige dieser Gegenstände getestet.


Viele Menschen reagieren auf Nickel allergisch

Zahlreiche Menschen reagieren auf Nickel allergisch. Experten zufolge sollen in Europa im Schnitt zwischen 8,6 und 19,2 Prozent der Bevölkerung Nickel-Allergiker sein, wobei Frauen öfter betroffen sind als Männer. Bei Berührung mit dem Metall entwickeln sie ein sogenanntes Kontaktekzem, das als juckender Hautausschlag in Erscheinung tritt. Zwar können auch andere Stoffe solche Kontaktallergien auslösen, doch Nickel ist besonders bekannt dafür. Legierungen aus dem Metall finden bei zahlreichen Gebrauchsgegenständen Anwendung. Unter anderem in Modeschmuck. Das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern (LALLF M-V) hat nun einige dieser Gegenstände getestet.

Experten haben bestimmte nickelhaltige Gegenstände wie Modeschmuck und Piercingteile getestet und festgestellt, dass die maximal erlaubten Mengen des Metalls nicht immer eingehalten wurden. (Bild: chones/fotolia.com)

Grenzwerte werden nicht immer eingehalten

Schwedische Forscher haben im vergangenen Jahr eine Studie veröffentlicht, die offenbarte, dass Nickel in deutlich mehr Produkten enthalten ist, als bislang bekannt war.

Das Metall wird unter anderem bei der Produktion von Knöpfen verwendet, weshalb es öfter zu einer Kontaktallergie durch Jeansknöpfe kommt.

Ärzte aus den USA berichteten sogar, dass es aufgrund von Nickel-Spuren auch zu einem Hautausschlag durchs iPad kommen kann. Eigentlich gelten für die Hersteller gewisse Grenzwerte bei der Verwendung des Metalls. Doch offenbar werden diese nicht immer eingehalten.

Dies zeigen auch Untersuchungen aus dem Norden Deutschlands.

Modeschmuck getestet

Laut einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa hat das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern (LALLF M-V) in Rostock in diesem Jahr in 54 Fällen Modeschmuck und andere nickelhaltige Gegenstände getestet.

„In zwei Proben – also knapp 4 Prozent – überschritten die Nickelabgaben die maximal erlaubten Mengen“, sagte Abteilungsleiterin Cornelia Trapp laut der Agentur. „Das waren ein Uhrenarmband und ein Piercingstecker.“

Den Angaben zufolge seien insgesamt 23 Modeschmuckstücke, 14 Uhrenarmbänder, sieben Jeansknöpfe aus Metall sowie zehn Piercingteile aus dem Einzelhandel im norddeutschen Raum geprüft worden.

Gesetzliche Anforderungen einhalten

Laut dem LALLF wird dabei die Menge Nickel gemessen, die aus einem metallenen Gegenstand bei simuliertem Körperkontakt abgegeben wird.

Durch Schweiß kann das Allergen, ein Nickelion, aus nickelhaltigen Materialien herausgelöst werden und dann eine Körperreaktion hervorrufen.

Der dpa-Meldung zufolge seien zwar bei den Untersuchungsämtern die Beanstandungsraten bei Nickel bundesweit gesunken, doch dermatologische Publikationen weisen darauf hin, dass die Anzahl der Patienten mit Nickelallergie durch Piercingschmuck zunimmt.

Wie Trapp erklärte, müssten die Hersteller mit den Kontrollen dazu gebracht werden, alle gesetzlichen Anforderungen einzuhalten. Insgesamt elf der 54 Proben seien wegen fehlender oder nicht eindeutiger Angaben zum Nickelgehalt beanstandet worden. (ad)