Auspowern am Wochenende vergleichbar gesund wie tägliches Training in der Woche

Alfred Domke
Statt tägliches Workout-Training: Intensiver Sport am Wochenende genauso gesund
Regelmäßige Bewegung ist gesund und macht fit. Zudem ist Sport hilfreich beim Abnehmen. Doch viele Menschen schaffen es unter der Woche nicht, regelmäßig ihre Trainingseinheiten zu absolvieren. Wissenschaftler haben nun festgestellt, dass Sport auch dann der Gesundheit dient, wenn man ihn seltener betreibt – doch dann muss er intensiver ausfallen.

Intensives Auspowern am Wochenende
Die meisten Experten sind sich darüber einig, dass Sport der Gesundheit dient. Regelmäßige Bewegung kann unter anderem dazu beitragen, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Herzinfarkt zu mindern. Außerdem leiden Sportler seltener an Übergewicht oder Adipositas. Doch viele Menschen schaffen es aus Zeitmangel nicht, regelmäßig Sport zu treiben. Forscher haben nun festgestellt, dass der Bewegungsmangel unter der Woche am Wochenende kompensiert werden kann.

Wer unter der Woche keine Zeit für regelmäßige Bewegung findet, kann den Bewegungsmangel am Wochenende kompensieren. Der Sport muss dann aber intensiver ausfallen. (Bild: ARochau/fotolia.com)

Risiko für vorzeitigen Tod wird gesenkt
Die Wissenschaftler haben in der Studie herausgefunden, dass Menschen, die sich unter der Woche kaum bewegen und sich stattdessen am Wochenende richtig auspowern, dadurch ihr Risiko für einen vorzeitigen Tod senken.

Wie das Forscherteam im Fachmagazin „JAMA Internal Medicine“ berichtet, hatten die Wochenend-Sportler im Vergleich zu inaktiven Menschen ein geringeres Risiko, an Krebs oder einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben.

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Deutlich niedrigere Gesundheitsrisiken
Durchgeführt wurde die Untersuchung von Forschern der Loughborough University in Großbritannien, der University of Sydney (Australien) und der Harvard University (USA), berichtet die britische Hochschule in einer Mitteilung.

Um zu ihren Ergebnissen zu gelangen, haben die Experten Gesundheit und Bewegungsgewohnheiten von mehr als 63.000 Erwachsenen über 40 Jahren untersucht sowie die im Studienzeitraum aufgetretenen Todesfälle und deren Ursachen ausgewertet.

Es zeigte sich, dass diejenigen, die regelmäßig Sport treiben, die Gesundheitsrisiken deutlich senkten und seltener an Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall erkrankten.

Intensiver Sport am Wochenende hatte demnach sogar fast den gleichen Nutzen für die Gesundheit wie tägliche körperliche Aktivität.

Eine halbe Stunde pro Tag
Von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird Erwachsenen im Alter zwischen 18 und 64 Jahren dazu geraten, sich pro Woche mindestens 150 Minuten in mittlerer oder 75 Minuten in intensiver Intensität zu bewegen.

Als ideal gilt eine halbe Stunde mäßiger Bewegung täglich. Die Wege zur Arbeit bieten sich als Trainingseinheit an. Doch nicht alle Berufstätigen können mit dem Rad zur Arbeit fahren, und auch die Disziplin zum morgendlichen Jogging oder dem Besuch im Freibad wird von vielen nicht aufgebracht.

Daher wird von manchen Menschen vor allem das Wochenende genutzt, um sich auszupowern. Sie werden deswegen auch als „Weekend-Warriors“ („Wochenend-Krieger“) bezeichnet.

Sport-Empfehlungen befolgen oder übertreffen
„Es ist eine sehr ermutigende Nachricht, zu wissen, dass körperliche Aktivität bei nur ein oder zwei Gelegenheiten pro Woche mit einem niedrigeren Sterberisiko verbunden ist, auch unter den Menschen, die zwar etwas aktiv sind, aber nicht an das empfohlene Maß herankommen“, sagte Professor Emmanuel Stamatakis von der University of Sydney in einer Mitteilung.

„Trotzdem ist es immer ratsam, die körperlichen Aktivitätsempfehlungen zu befolgen oder sie zu übertreffen, um von den optimalen gesundheitlichen Vorteilen der Bewegung zu profitieren“, so der Experte. (ad)