Aussterben der Bienen hat fatale Folgen für den Menschen

Sebastian
Studie: 1,4 Millionen zusätzliche Todesfälle pro Jahr durch dramatische Ernterückgänge wegen Aussterben von Bienen
Bienen spielen eine wesentliche Rolle in der Landwirtschaft, da sie die Blüten von Nutzpflanzen bestäuben und somit unmittelbar Einfluss auf die Ernte nehmen. Ein Aussterben der Bienen hätte somit auch für den Menschen fatale Folgen. Einer aktuellen Studie der Harvard T.H. Chan Hochschule für Gesundheitswesen zufolge würde die Extinktion der fleißigen Insekten jährlich 1,4 Millionen zusätzlichen Todesfällen fordern, weil weniger Obst, Gemüse und Getreide zur Verfügung stehen würde.

Aussterben von Bienen hätte einen gravierenden Ernte-Rückgang zur Folge
Die Folgen solcher Ernteausfälle wären gravierend. So rechnen die Wissenschaftler um Samuel Myers mit einem Mangel an Vitamin A und an als Folate bezeichneten wasserlöslichen Vitaminen, die insbesondere für Kinder und schwangere Frauen wichtig sind. Zudem befürchten die Forscher eine Zunahme von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einiger Krebsarten, wie sie im Fachblatt „The Lancet“ berichten. Demnach hätte das Aussterben der Bienen einen Rückgang der weltweiten Früchte-Ernte um etwa 23 Prozent zur Folge. Die Gemüse-Ernte würde sich um 16 Prozent und die von Nüssen und Getreide um 22 Prozent reduzieren.

Millionen Tote durch Bienensterben. Bild: eyeQ - fotolia
Millionen Tote durch Bienensterben. Bild: eyeQ – fotolia

Vor allem die ärmeren Länder würde das Aussterben der Bienen hart treffen. „Die Forscher fanden heraus, dass der vollständige Verlust der Bestäuber weltweit zusätzlich bei 71 Millionen Menschenleben Vitamin A-Mangel und bei 173 Millionen Folsäuremangel auslösen würde“, teilt die Harvard T.H. Chan Hochschule für Gesundheitswesen mit. „Etwa 1,42 Millionen zusätzliche Todesfälle pro Jahr würden dann durch nicht-übertragbare Krankheiten sowie durch Erkrankungen, die auf Unterernährung zurückzuführen sind, verursacht werden – ein Anstieg von 2,7 Prozent der jährlichen Gesamtsterberate.“ Bei einer Halbierung der Bienenpopulation sei mit 700.000 zusätzlichen Todesfällen zu rechnen.

„Bienen und andere Bestäuber spielen bei etwa 35 Prozent der weltweiten Lebensmittelproduktion eine wesentliche Rolle und sind für bis zu 40 Prozent der Bereitstellung von Mikronährstoffen wie Vitamin A und Folate verantwortlich“, teilt die Hochschule mit. Das Aussterben der Bienen löst deshalb bereits seit Jahren international große Sorge aus. Die Ursache für das Sterben der Insekten ist jedoch noch unklar. Experten vermuten als Gründe unter anderem den Einsatz von Pestiziden und die Zerstörung des natürlichen Lebensraums der Bienen durch die Landwirtschaft. (ag)