Babys in australischem Krankenhaus vertauscht

Fabian Peters

Babyverwechslung in australischer Klinik

18.07.2011

Nach der Babyverwechslung in einer australischen Klinik sind die Verantwortlichen um Erklärungen bemüht. Eigentlich sollen zahlreiche Sicherheitsmaßnahmen die versehentliche Verwechslung von Säuglingen in den Krankenhäusern vermeiden, doch durch menschliches Versagen sei es dazu gekommen, dass zwei Mütter mehr als acht Stunden lang eine fremdes Baby gestillt haben, berichtete ein Sprecher der Klinik in der Kleinstadt Geelong westlich von Melbourne.

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In dem australischen Krankenhaus wurden die Babys von zwei Müttern vertauscht und die Frauen haben anschließend stundenlang fremde Kinder gestillt. Die beiden australischen Mütter haben durchlebt, was tausende Frauen bei der Geburt in einer größeren Klinik befürchten: Ihre Kinder wurde in einem unachtsamen Augenblick von dem Klinikpersonal versehentlich vertauscht. Und hätte nicht ein besonders aufmerksamer Angehöriger die Verwechslung bemerkt, würden die Frauen möglicherweise noch heute ein fremdes Kind stillen.

Menschliches Versagen Ursache der Babyverwechslung
Eigentlich greifen in den Geburtsstationen der Kliniken verschiedene Sicherheitsmaßnahmen, wie zum Beispiel Armbänder bei Mutter und Kind zur Identifizierung, um eine versehentliche Verwechslung der Säuglinge zu vermeiden. In dem aktuellen Fall hat das Klinikpersonal die Armbänder der beiden Säuglinge jedoch offenbar nicht gründlich genug mit denen ihrer Mütter abgeglichen, so dass die Frauen über acht Stunden lang ein fremdes Baby gestillt haben. Lediglich durch die Intervention eines aufmerksamen Familienangehörigen fiel die Babyverwechslung am Ende auf. Zwar entschuldigte sich die Klinikleitung umgehend für das „menschliche Versagen“, doch den Müttern wurden die für viele besonders wichtigen ersten Stunden mit ihrem eigenen Kind genommen. Der erste Kontakt mit dem eigenen Kind unmittelbar nach der Geburt ist nach Aussage der Experten ein besonders sensibler Moment, in dem die Bindung zwischen Mutter und Kind eine neue Ebene erreicht. Doch die Mütter in der australischen Klinik verbrachten diesen Augenblick nicht mit dem eigenen, sondern mit einem fremden Kind. Möglicherweise wäre die Verwechslung dabei sogar niemanden aufgefallen und die Mütter hätten die fremden Babys mit nach Hause genommen, wenn nicht ein besonders aufmerksames Familienmitglied die unterschiedlichen Beschriftungen der Armbänder von Mutter und Kind bemerkt hätte.

Klinikleitung kündigt intensive Untersuchungen an
Die Klinikleitung und das Personal haben sich ausdrücklich für die bereits am Freitag bemerkte Babyverwechslung entschuldigt und bei den Müttern um Verständnis für das menschliche Versagen geworben. Die Säuglinge wurden außerdem einer intensiven Untersuchung unterzogen, um mögliche Infektionen durch das Stillen der fremden Frauen auszuschließen. Da am Ende die richtigen Babys bei ihren Müttern gelandet sind, können die Mediziner möglicherweise auf Nachsicht der Betroffenen hoffen. Dennoch wurden weitere Ermittlungen zu dem Vorfall eingeleitet, um in Zukunft derartige Fehler definitiv zu vermeiden, erklärte die Klinikleitung. Angesicht des aktuellen Falls stellt sich jedoch die Frage, wie oft solche Verwechslungen im Klinikalltag tatsächlich auftreten und wie viele dieser Verwechslungen möglicherweise nicht entdeckt werden, so dass die Betroffenen ihr Leben lang ein „fremdes“ Kind großziehen. (fp)

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