Babys sollten ihre Kopfposition wechseln

Astrid Goldmayer

Babys sollten öfter ihre Kopfposition wechseln

08.02.2012

Beim Schlafen sollten Babys auf dem Rücken liegen, um das Risiko für den plötzlichen Kindstod zu reduzieren. Dabei ist ein Wechsel der Kopfposition wichtig, um Verformungen des Hinterkopfes zu vermeiden.

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Viele Babys haben eine bevorzugte Kopflage
Während Babys schlafen, sollten Eltern darauf achten, dass sie regelmäßig ihre Kopfposition wechseln. Darüber informiert der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in einer aktuellen Meldung. Nimmt ein Säugling regelmäßig die gleiche Kopfposition beim Schlafen in Rückenlage ein, könnten daraus Verformungen des Hinterkopfes resultieren, berichtet der Verband. Es fiele manchen Babys leichter, den Kopf zu einer bestimmten Seite zu drehen. Dann sollten Eltern einen Anreiz für das Kind schaffen, damit es den Kopf zur anderen Seite dreht. Neben den Stimmen der Eltern könnten auch Spielzeuge oder eine Spieluhr helfen.

Professor Dr. Hans-Jürgen Nentwich, Vorstandsmitglied des BVKJ erläutert: „Kopfverformungen beim Baby sind meist durch die beengte Lage im mütterlichen Bauch oder bei der Geburt entstanden oder später durch eine einseitige Schlafposition. Nur wenn sich eine Verformung im Verlauf des ersten Lebenshalbjahrs trotz wechselnder Kopflage nicht bessert oder zu verschlimmern scheint, sind weitere Untersuchungen erforderlich.“

Etwa 13 Prozent der Babys haben eine einseitige Kopfverformung
Der BVKJ weist daraufhin, dass amerikanischer Kinder- und Jugendärzte nach Schätzungen davon ausgehen, dass etwa 13 Prozent der Babys eine einseitige Kopfverformung oder einen abgeflachten Hinterkopf haben. Besonders betroffen sind Säuglinge im Alter von vier Monaten. In dieser Zeit sind die Verformungen in der Regel am stärksten ausgeprägt, jedoch bilden sich diese wieder zurück. „Ist das Baby wach und kann schon selbstständig den Kopf heben, sollte es auch unter der Aufsicht der Eltern kurz auf dem Bauch liegen“, erklärt Nentwich und ergänzt, dass die Bauchlage Verformungen des Hinterkopfes vorbeuge und die Schulter- und Nackenmuskulatur des Babys trainiere.

Rückenlage reduziert Risiko für plötzlichen Kindstod
Obwohl die Ursachen für den plötzlichen Kindstod noch nicht vollständig geklärt sind, wird Eltern geraten, ihre Kinder beim Schlafen auf den Rücken zu legen. Professor Gerhard Jorch von der Uniklinik Magdeburg gehört seit Jahren zu den führenden Wissenschaftlern des Forschungsgebiets „plötzlicher Kindstod“. Er ergänzt, dass die Rückenlage in Kombination mit einem Schnuller die beste Vorsorge für den Säugling sei. Zwar nimmt die Zahl der Fälle von plötzlichem Kindstod deutlich ab, jedoch sterben in Deutschland jährlich noch immer etwa 250 Babys daran. Das größte Risiko besteht um den 100. Lebenstag des Kindes. Nur etwa fünf Prozent der Todesfälle treten nach dem ersten Lebensjahr auf. (ag)