Babys: Stillprobleme sind oft eine Folge des verkürzten Zungenbändchens

Fabian Peters
Verkürzungen des Zungenbändchens verursachen Schwierigkeiten beim Stillen
Probleme beim Stillen sind durchaus keine Seltenheit, wobei viele Mütter den Fehler zunächst bei sich suchen. Allerdings kann zum Beispiel auch ein stark verkürztes Zungenbändchen im Säuglingsalter zu Stillproblemen führen, berichtet der Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Weil das Zungenbändchen zu kurz ist, werden die Kleinen beim Saugen und Schlucken behindert, erläutern die Experten. Allerdings lässt sich das Problem mit einem kleinen Schnitt am Zungenbändchen beheben. Beim Kinderarzt können sich Eltern über den Eingriff informieren.

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte berichtet, dass ein deutlich verkürztes Zungenbändchen beim Stillen Schwierigkeiten verursacht, weil die Babys zum Saugen die Zunge Richtung Lippe bewegen müssen. Bei einem stark verkürzten Zungenbändchen gelingt dies nicht, so dass stattdessen Gaumen und Lippen beim Nuckeln bewegt werden. Einerseits ist dies anstrengend für das Kind und anderseits seien hierdurch vermehrte Schmerzen beim Stillen für die Mütter feststellbar. Durch eine kleinen Eingriff, der meist ohne Betäubung durchgeführt werden kann, lässt sich die Verkürzung in der Regel relativ unkompliziert beheben.

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Probleme beim Stillen gehen oftmals auf ein verkürztes Stimmenbändchen zurück. (Bild: taramara78/fotolia.com)

Sprachstörungen aufgrund einer Verkürzung des Zungenbändchens?
Den Angaben des BVKJ zufolge leidet bis zu jedes zehnte Neugeborene unter einer Verkürzung des Zungenbändchens (Ankyloglossie), wobei manche Formen nur mit speziellen Instrumenten oder Ultraschalluntersuchungen erkennbar werden. Stark ausgeprägte Verkürzungen des Zungenbändchens zeigen sich zum Beispiel beim Herausstrecken der Zunge. Die Zunge wird in einem solchen Fall vorne eingekerbt und wirkt hierdurch leicht herzförmig. Wenn das Stillen extrem lange dauert, die Kleinen Schwierigkeiten haben, an der Brust zu bleiben, oder Schmerzen beim Stillen auftreten, sind dies ebenfalls mögliche Hinweise auf eine Ankyloglossie. Auch können die betroffenen Kinder ihre Zunge oftmals kaum aus dem Mund strecken. Der BVKJ empfiehlt, die Verkürzung des Zungenbändchens möglichst früh zu beheben. So bleibe den Kindern auch die Entwicklung von Sprachstörungen erspart. Schwierigkeiten bei der Bildung der Laute D, T, L, N, S seien häufig infolge eines verkürzten Zungenbändchens festzustellen. (fp)