Bakterien: Frau drückte an einem Pickel rum und wäre beinahe daran gestorben

Alfred Domke
Gefährliche Bakterien-Infektion: Frau wäre fast gestorben weil sie „Pickel“ ausdrückte
Pickel und Mitesser sind meist unliebsame Begleiter während der Pubertät. Leider helfen viele vermeintliche Wundermittel nicht gegen die Unreinheiten und daher werden die Pickel oft einfach ausgedrückt. Auch eine junge US-Amerikanerin machte das so. Doch das war ein Fehler: Sie landete mit einer lebensgefährlichen Infektion im Krankenhaus.

„Pickel“-Ausdrücken mit gefährlichen Folgen
Hautunreinheiten sind bei jungen Leuten weit verbreitet. Zwar stehen so manche Kosmetikprodukte und Hausmittel gegen Pickel zur Verfügung. Leider wirken diese nicht immer. Und so kommt es, dass viele Betroffene im Gesicht rumpulen, obwohl bekannt ist, dass man Mitesser und eitrige Pickel nicht ausdrücken soll. Auch eine junge Frau aus den USA dachte sich nichts dabei, als sie einen – vermeintlichen – Pickel ausdrückte. Doch das hätte sie beinahe das Leben gekostet.

Nachdem sich eine junge Frau in den USA einen Pickel ausdrückte, verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand. Ärzte stellten daraufhin fest, dass es sich bei dem vermeintlichen Pickel in Wirklichkeit um einen schweren Fall von Zellulitis handelte. (Bild: WavebreakMediaMicro/fotolia.com)

Gesicht schwoll an und schmerzte
Medienberichten zufolge bemerkte Katie Wright aus Austin (US-Bundesstaat Texas) an ihren Augenbrauen eine schmerzhafte Stelle, die wie ein Pickel aussah.

Laut der jungen Frau habe die Haut an dieser Stelle schon länger gedrückt. Nachdem sie den vermeintlichen Pickel ausgedrückt hatte, wurde alles viel schlimmer.

„Innerhalb einer Stunde schwoll mein komplettes Gesicht an und schmerzte“, schrieb die junge Frau auf Twitter. „Es fühlte sich an, als ob gleich etwas aus meiner Haut herausplatzen würde.“

Die Amerikanerin fuhr daher umgehend in ein Krankenhaus. Das war ihr großes Glück, denn ohne Behandlung hätte die Entzündung schlimme Folgen haben können.

Bakterielle Infektion im Gesicht
In der Notaufnahme stellte sich dann heraus, dass es sich bei dem vermeintlichen Pickel in Wirklichkeit um einen schweren Fall von Zellulitis handelte.

Diese bakterielle Infektion befällt in der Regel das Gesicht. Katie hatte sich mit Staphylokokken-Bakterien infiziert.

„Staphylokokken sind die Ursache für viele Infektionserkrankungen bei Mensch und Tier. Sie können sowohl lebensmittelbedingte Vergiftungen als auch zu Infektionskrankheiten führen“, erklärt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) auf seiner Webseite.

„Sie rufen häufig eitrige Wundinfektionen und andere eitrige Infektionen beim Menschen“ hervor. So sind die Bakterien beispielsweise oft für Entzündungen in der Nase verantwortlich.

Staphylokokken können aber auch zum sogenannten Toxischen Schocksyndrom führen.

Sorge bereiten Gesundheitsexperten vor allem die multiresistenten Stämme, wie der Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA), die oft gegen Antibiotika resistent sind.

Lebensbedrohliche Gehirnentzündung befürchtet
In Katies Fall befürchteten die Ärzte, dass die Infektion zu einer lebensbedrohlichen Enzephalitis (Entzündung im Gehirn) führen könnte. Zudem waren sie besorgt um das Augenlicht der Patientin.

Doch durch die Behandlung mit Antibiotika konnte die Erkrankung schnell unter Kontrolle gebracht werden

Unklar blieb, wie sich die Texanerin infiziert hatte. Sie selbst nimmt an, dass ihre schmutzigen Augenbrauen-Pinsel Schuld waren.

Die Dermatologin Dr. Lisa Kellett erklärte jedoch auf dem Portal „globalnews.ca“: „Die Infektion kann über Make-up-Pinsel erfolgen, aber in der Regel über den Handkontakt.“

Katie warnt nun andere Frauen davor, ihre Pickel auszudrücken und ihre Schminkutensilien sauber zu halten. „Ich scherze nicht, wenn ich sage, dass das von höchster Wichtigkeit ist“, so die junge Frau.

Ihre Warnungen sind allerdings nicht ganz uneigennützig. Da ihre Behandlung Tausende US-Dollar kostete, richtete sie auf der Crowdfunding-Seite „gofundme.com“ eine Spenden-Kampagne für sich ein. (ad)