Bakterien und Pilze in Wohnungen vom Wohnort und den Mitbewohnern abhängig

Fabian Peters
Mikroorganismen im Hausstaub abhängig vom Geschlecht der Bewohner
In einer neuen Studie haben Forscher untersucht, welche Bakterien und Pilze im Hausstaub zu finden sind und von welchen Faktoren die Zusammensetzung abhängt. Es zeigte sich, dass der Wohnort eine Rolle spielt und ob man Haustiere hat. Entscheidend ist auch, ob Männer oder Frauen in der Wohnung leben.

Mit welchen Mikroorganismen man seine Wohnung teilt
Es hängt vor allem vom Wohnort und von den Mitbewohnern ab, mit welchen Mikroorganismen man seine Wohnung teilt. Die Nachrichtenagentur dpa berichtet über eine Studie, derzufolge insbesondere die geografische Lage beeinflusst, welche Pilzspezies in Hausstaub vorkommen. Bewohner und Haustiere hingegen bestimmen, welche Bakterienarten dort zu finden sind. Die Ergebnisse der Untersuchung hat das Team um Albert Barberán von der University of Colorado in Boulder (USA) nun im Fachjournal „Proceedings B“ der britischen Royal Society veröffentlicht.

Die Belastung der Wohnung mit Mikroorganismen hängt maßgeblich vom Wohnort und den Mitbewohnern ab. (Bild: Syda Productions/fotolia.com)
Die Belastung der Wohnung mit Mikroorganismen hängt maßgeblich vom Wohnort und den Mitbewohnern ab. (Bild: Syda Productions/fotolia.com)

Einfluss auf unsere Gesundheit
Jeder Mensch kommt täglich mit Tausenden Bakterien- und Pilzarten in Kontakt, die Einfluss auf die Gesundheit haben können. Menschen mit einer Hausstauballergie beispielsweise reagieren darauf mit Beschwerden wie Schnupfen oder geschwollenen, juckenden Augen. Allerdings kann ein regelmäßiger und früher Kontakt zu bestimmten Bakterien aus dem Hausstaub bei Stadtkindern auch spätere Überempfindlichkeiten und Allergien verhindern. Auch das Risiko für Neurodermitis und Asthma werde reduziert. Zu diesem Ergebnis kamen Wissenschaftler der University of Wisconsin in einer Untersuchung im vergangenen Jahr.

Mikrobiologische Bedingungen in Räumen
„Wir verbringen den Großteil unseres Lebens drinnen“, schreiben die Forscher der aktuellen Studie. Man müsse daher die mikrobiologischen Bedingungen in Räumen besser verstehen. Im Rahmen des Projekts „Wild Life of Our Homes“ wurden dazu Staubproben von rund 1.200 US-Haushalten untersucht, die ein breites Spektrum an Klimazonen und Wohnverhältnissen abdeckten. Die Proben stammten von Türrahmenkanten innerhalb und außerhalb der Wohnung, da diese vermutlich am seltensten geputzt werden. Sie wurden auf Mikroorganismen analysiert und mit geografischen Faktoren wie Klima oder Bevölkerungsdichte abgeglichen. Drüber hinaus prüften die Wissenschaftler Bedingungen des Haushalts wie Alter und Größe des Hauses, Zahl der Zimmer, Vorhandensein eines Kellers, Bodenbelag, Haustiere oder Zahl sowie Geschlecht der Bewohner.

Bewohner und Haustiere spielen eine Rolle
Es zeigte sich, dass die Vielfalt an Bakterien und Pilzen in den Räumen um 50 Prozent höher als außerhalb davon war. Dabei hingen die Pilzgemeinschaften in Häusern maßgeblich von jenen ab, die im Freien lebten. Die Studienautoren schlussfolgerten, dass Haushalte mit ähnlichen klimatischen Bedingungen auch ähnliche Pilzgemeinschaften beheimateten. Bei den Bakterien hingegen gab es keinen direkten Zusammenhang zwischen draußen und drinnen. Eine maßgebliche Rolle spielten dabei vielmehr die Bewohner und auch der Umstand, ob Haustiere vorhanden waren. So enthielt der Staub in Wohnungen etwa mit Hunden und Katzen auch Bakterien aus deren Speichel und Fäkalien. Zudem war das Geschlecht der Menschen ein Faktor. Den Angaben zufolge fanden die Forscher in den Wohnungen mit mehr Frauen andere Bakterien als in jenen, in denen mehr Männer wohnten. „Wer die Pilzarten ändern möchte, denen er ausgesetzt ist, sollte also umziehen (am besten weit weg)“, so die Autoren. „Wer hingegen die Bakterien in seiner Umwelt verändern möchte, der muss nur ändern, mit wem er zusammenlebt.“ (ad)