Bakteriengift in Oliven- und Tomatenpaste

Sebastian

Bakteriengift in französischer Oliven- und Tomatenpaste

09.09.2011

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in Berlin warnt aktuell vor einer vegetarischen Paste aus Frankreich, die auch über das Internet vertrieben wird. In einigen Laborproben wurden Gifte von Bakterien nachgewiesen, die zu schweren gesundheitlichen Schäden führen können. Betroffen sind Aufstriche mit Oliven und eine Tomatenpaste.

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Bundesamt warnt vor Oliven- und Tomatenpaste aus Frankreich
Die deutsche Verbraucherschutzbehörde für Lebensmittelsicherheit warnt vor vegetarischen Aufstrichen aus Frankreich. Explizit werden hier zwei Pasten aus Oliven und Tomaten genannt. Betroffen sind die Produktsorten der Marken „Les délices de Marie Claire“, „Terre de Mistral“ und „Les secrets d’Anaïs“ des Herstellers „La Ruche“. Einige Produkte des Herstellers könnten mit einem Bakteriengift verseucht sein, die nach dem Verzehr zu schweren gesundheitlichen Erkrankungen führen, so die Behörde. In Frankreich sind bereits acht Menschen nach dem Genuss der Paste an Botulismus erkrankt. Botulismus ist eine schwere und lebensbedrohliche Krankheit, die durch eine unsachgemäße Herstellung von Lebensmitteln verursacht wird. Bakterien der Gattung „Clostridium botulinum“ produzieren das „Botulinumtoxin“, dass im menschlichen Organismus eine Blockade der Signalübertragung zwischen Nerven und Muskeln auslöst. Das Schaubild zeigt eines der betroffenen Produkte.

Verbraucher könnten auch in Deutschland betroffen sein
Nach Angaben eines Behördensprechers könne nicht ausgeschlossen werden, dass auch deutsche Verbraucher die französischen Produkte über das Internet in einem Onlineshop gekauft oder von einem Besuch in Frankreich mitgebracht haben. Im deutschen Handel wird die Oliven- und Tomatenpaste landläufig nicht verkauft, wobei nicht auszuschließen ist, dass die Produktsorten auch auf Märkten vertrieben werden. Die französischen Gesundheitsbehörden haben bereits eine Rückrufaktion gestartet, die alle Chargen und Mindesthaltbarkeitsdaten umfasst. Wer die Pasten bereits erworben hat, sollte diese auf keinen Fall essen sondern sofort entsorgen. Das BVL warnt ausdrücklich vor einem Verzehr. Wahrscheinlich wurden die Gläser während der Produktion nicht ordnungsgemäß sterilisiert.

Klinische Symptome bei Botulismus
Erste Beschwerden zeigen sich meist 12 bis 36 Stunden nach dem Konsum von verseuchten Nahrungsmitteln auf. Als erstes Warnsignal leiden Patienten an Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Im weiteren Verlauf leiden Betroffene an zunehmenden Sehstörungen, der Patient sieht verschwommen oder doppelt. Mit Fortschreiten der von Botulismus gesellen sich Symptome wie trockener Mund, Müdigkeit, Schluckbeschwerden und Sprachstörungen, Schwindel und Schwächegefühl hinzu. Auffälliges Krankheitsmerkmal ist, dass betroffene Patienten nicht unter Fieber leiden. Unbehandelt und in schweren Fällen können Lähmungen absteigend vom Kopf auftreten. Dabei werden meist die Halsmuskulatur und Arme gelähmt. Danach weiten sich die Lähmungserscheinungen auf die inneren Organe aus, wobei insbesondere hier die Atemmuskulatur und das Herz betroffen sind. Patienten erleiden in Folge unter Umständen einen Herzstillstand. Die Vergiftungen sind jedoch nicht übertragbar, bedürfen allerdings einer sofortigen medizinischen Versorgung. Wer also ähnliche oder gleiche klinische Symptome verspürt oder entwickelt, „sollte einen Arzt kontaktieren und diesen auf den Verzehr der Erzeugnisse hinweisen“, wie ein Sprecher betonte. (sb)