Barmer-Chef fordert Einheitsbeitrag abschaffen

Alfred Domke

Interview mit Barmer-Chef: Der Barmer-Vorsitzender fordert Abschaffung des Einheitsbeitrags

06.10.2013

Der Vorstandsvorsitzende der Barmer-Krankenkasse hat sich in einem Interview für die Abschaffung des einheitlichen Krankenkassenbeitrags in der nächsten Legislaturperiode ausgesprochen.

Mehr Wettbewerb im Gesundheitssystem
Auch wenn derzeit noch nicht bekannt ist, wie die künftige Bundesregierung aussehen wird, erste Forderungen werden bereits an sie gerichtet. So fordert der Vorstandsvorsitzende der Krankenkasse Barmer GEK, Christoph Straub, von der nächsten Bundesregierung eine umfassende Gesundheitsreform. Ganz konkret sprach er sich für die Abschaffung des einheitlichen Krankenkassenbeitrags aus. In einem Interview mit der Bild-Zeitung vom Samstag sagte Straub, die Kassen müssten ihren Beitrag wieder selbst festlegen können, um mehr Wettbewerb in das Gesundheitssystem zu bekommen. Der Zusatzbeitrag sei hingegen gescheitert und gehöre abgeschafft.

Regierung kommt um umfassende Reform nicht herum
„Die nächste Regierung kommt um eine umfassende Reform nicht herum“, so Straub. „Der Gesundheitsfonds in der jetzigen Form war von der letzten großen Koalition als Übergangsregelung gedacht. Das hat sich so nicht bewährt und muss neu strukturiert werden.“ Der Vorsitzende erwartet außerdem, dass die Milliardenrücklagen der Krankenkassen bereits 2014 „enorm schrumpfen“ werden. Als Grund sieht er die zu erwartenden Mehrausgaben für Kliniken, Ärzte und Apotheken. Die Rücklagen von Krankenkassen und Gesundheitsfonds summierten sich Ende Juni auf rund 29 Milliarden Euro.

Alle Parteien wissen dass was passieren muss
Den Zeitpunkt seiner Forderungen scheint Straub gut gewählt zu haben. Denn wenn das Thema Gesundheitsreform während der Sondierungsgespräche auf der Agenda der Verhandlungspartner landen sollte, bestünde die Möglichkeit, dass es später auch im Koalitionsvertrag steht. Straub geht von der Einsicht der Politiker aus: „Alle Parteien wissen, dass schnell etwas passieren muss, um die gute gesundheitliche Versorgung zu erhalten und zu verbessern. Egal welche Koalition kommt – sie wird im Bereich Gesundheit anpacken. Und das ist auch dringend nötig.“ (ad)

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Bild: Thomas Siepmann / pixelio.de