Bauchgefühl: Behandlung von Essstörungen

Heilpraxisnet

BKK: Berufsschüler für Essstörungen sensibilisieren

08.09.2014

In den vergangenen Jahren hat die Zahl der stationären Behandlungen wegen Essstörungen in Deutschland drastisch zugenommen. Vom neuen Schuljahr an will sich die BKK in Baden-Württemberg bei der Prävention und Behandlung von Essstörungen vor allem um Berufsschüler kümmern.

Programm „Bauchgefühl“
Die Zahl der stationären Behandlungen wegen Essstörungen hat in den letzten Jahren drastisch zugenommen. In Baden-Württemberg wird sich der BKK-Landesverband Süd bei der Prävention und Behandlung von Essstörungen vom neuen Schuljahr an nun vor allem um Berufsschüler kümmern. Die Chefin des Landesverbandes der Betriebskrankenkassen, Jacqueline Kühne, sagte gegenüber der Nachrichtenagentur dpa in Stuttgart: „Mit dem Programm „Bauchgefühl“ wollen wir die Jugendlichen für das Thema Essstörungen sensibilisieren.“

Magersucht führt in zehn Prozent der Fälle zum Tod
So sollen Berufsschullehrer bei dem bundesweit einzigartigen Programm Material zu Themen wie Adipositas (Fettleibigkeit), Magersucht, Bulimie (Ess-und-Brech-Sucht) sowie Binge Eating (Essanfälle) erhalten. Nach BKK-Angaben führt Magersucht in etwa zehn Prozent der Fälle zum Tode. Meist sind die Folgen durch falsche Ernährung allerdings weniger drastisch, jedoch keineswegs harmlos. So können, je nach Essstörung, gesundheitliche Beschwerden, wie beispielsweise Untergewicht, niedriger Blutdruck, verlangsamter Puls, Appetitlosigkeit, Durchfall oder Übelkeit auftreten. Die Auswirkungen einer Mangelernährung sind zudem zunächst ganz allgemein durch körperliche Schwäche, Antriebslosigkeit und Müdigkeit erkennbar. Bei entsprechenden Symptomen sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Auch Betriebe müssten einbezogen werden
„Unser Ziel ist ein gutes Bauchgefühl für die Jugendlichen“, meinte Kühne. Bereits in den vergangenen Jahren hatten die Betriebskrankenkassen rund 1.000 allgemeinbildende Schulen im Land mit Unterrichtsmappen bestückt. Bei den Berufsschulen sei der Ansatz jedoch ein anderer, da für die Jugendlichen durch den Wechsel in die Ausbildung eine neue Lebensphase beginne. Wie die Chefin des Landesverbandes mitteilte, müssten zudem auch die Betriebe einbezogen werden. (ad)

Bild: BirgitH / pixelio.de