Bayrischer Hausärzteverband mit neuem Vorsitzenden

Fabian Peters

Ehemaliger BHÄV-Chef Hoppenthaller wird Ehrenvorsitzender. Dieter Geis neuer Vorsitzender des Bayrischen Hausärzteverbandes.

24.02.2011

Der Bayerische Hausärzteverband (BHÄV) hat einen neuen Vorsitzenden gewählt. Nachdem Wolfgang Hoppenthaller Ende des vergangenen Jahres zurückgetreten war, weil die von ihm geplante kollektive Rückgabe der Kassenzulassungen durch die bayrischen Hausärzte scheiterte, und Wolfgang Krombholz vorübergehend die Führung übernahm, steht nun der Allgemeinmediziner Dr. Dieter Geis an der Spitze des BHÄV.

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BHÄV wählt Befürworter des Systemausstiegs zum Vorsitzenden
Die Delegation aus 99 Wählern votierte auf der Versammlung des BHÄV mit 96 Stimmen für den den Hausarzt Dieter Geis als neuen Vorsitzenden des Verbandes. Der Streit zwischen BHÄV und AOK über die Vergütung medizinischer Leistungen wird mit der Wahl des 59-jährige Hausarztes aus Unterfranken vermutlich wieder an Schärfe gewinnen. Denn Geis vertritt eine ähnlich Position wie Hoppenthaller und stufte den geplanten kollektiven Systemausstieg der Kassenärzte grundsätzlich als richtige Konsequenz ein. Die Analyse seines Vorgängers bezüglich der Probleme, welche sich aus der Gesundheitsreform ergaben, sei korrekt gewesen. Allerdings hätten „die Kassen (…) ein doppeltes Spiel gespielt“, erklärte der neue Verbandsvorsitzende. „Unser versuchter Systemausstieg war für sie (die Krankenkassen) nur ein willkommener Anlass, die ungeliebten Hausarztverträge loszuwerden“, betonte Dieter Geis.

Neuer Vorsitzender der Hausärzte fordert geschlossenes Auftreten
Künftig erhofft sich der neue BHÄV-Vorsitzende ein geschlossenes Auftreten der Verbandsmitglieder, bei der Auseinandersetzung mit den Krankenkassen. Im Dezember des letzten Jahres hatten nur rund 40 Prozent der Kassenärzte auf einer Versammlung des BÄV für die kollektive Rückgabe des Kassenzulassungen plädiert. Der damalige Vorsitzende Wolfgang Hoppenthaller hatte jedoch eine Zustimmung von mindestens 60 Prozent vorausgesetzt, um den Plänen Taten folgen zu lassen. Nach dem die Rückgabe der Kassenzulassungen gescheitert war, kündigten die AOK und einige kleinere bayrische Landeskassen ihre Hausärzteverträge mit dem BHÄV fristlos wegen vertragswidrigem Verhalten des Verbandes. Der damalige BHÄV-Vorsitzende Wolfgang Hoppenthaller meldete sich in der aktuellen Versammlung ebenfalls zu Wort und erinnerte die anwesenden Medizinern an die Auseinandersetzungen im vergangenen Jahr: „Sie haben (…) den Kassen bewiesen, dass sie nicht den Mut hatten, sich gegen ihr böses Spiel zu wehren. Auch wenn 42 Prozent der Kollegen für den Ausstieg stimmten, so waren es doch zu wenige.“ Er sei damals nicht zurückgetreten, weil das Verhalten des BHÄV falsch war, sondern weil er die Bereitschaft der Mitlieder beim geplanten kollektiven Systemausstieg mitzuziehen falsch eingeschätzt habe, erklärte der ehemalige Vorsitzende. Wolfgang Hoppenthaller wurde auf der Versammlung zum Ehrenvorsitzenden des Verbands ernannt und erhielt stehenden Applaus für seinen Redebeitrag. Das Fazit des ehemaligen BHÄV-Chefs: „Zeigen Sie Solidarität mit dem neuen Vorstand oder begnügen Sie sich mit den Brotkrumen, die künftig noch vom Tisch der Kassen fallen.“ (fp)