Bedeutende Qualitätsunterschiede bei Ärzten und Kliniken

Fabian Peters
Versicherte sehen deutliche Schwankungen der Behandlungsqualität
Die Qualität ärztlicher Leistungen unterliegt nach Auffassung der Versicherten erheblichen Schwankungen. Jeder zweite Versicherte sehe deutliche Qualitätsunterschiede bei Ärzten, so die Mitteilung der Techniker Krankenkasse (TK) basierend auf den Ergebnissen einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag des Wissenschaftlichen Instituts für Qualität und Effizienz im Gesundheitswesen (WINEG) der TK. Bei Kliniken würden entsprechende Unterschiede von jedem dritten Versicherten wahrgenommen. Insgesamt waren jedoch die meisten Versicherten mit der medizinische Versorgung in Deutschland durchaus zufrieden.

Jeder vierte befragte Versicherte war laut Angaben der TK davon überzeugt, die Qualität seines Arztes sehr gut selbst beurteilen zu können und „weitere 38 Prozent trauen sich überwiegend ein eigenes Urteil zu.“ In der Bewertung stellte fast die Hälfte der Befragten (48 Prozent) deutliche Unterschiede bei der ärztlichen Qualität fest und 35 Prozent der Versicherten konnten auch bei den Klinikleistungen Unterschiede beobachten. Doch hätten 44 Prozent der Versicherten nach eigenen Angaben Schwierigkeiten, objektive und verlässliche Informationen über die Qualität eines guten Arztes oder Krankenhauses zu finden. Die Bereitstellung von verständlichen Informationen über die Qualität von Ärzten und Kliniken wurden daher von vielen Befragten eingefordert.

Die Behandlungsqualität von Ärzten und Kliniken kann nach Einschätzung der Versicherten deutlich variieren. (Bild: megaflopp/fotolia.com)
Die Behandlungsqualität von Ärzten und Kliniken kann nach Einschätzung der Versicherten deutlich variieren. (Bild: megaflopp/fotolia.com)

Qualitätsausrichtung der medizinischen Versorgung
Dem Direktor des WINEG, Dr. Frank Verheyen, zufolge verdeutlichen die Befragungsergebnisse, dass Qualität für die Versicherten eine wichtiges Thema ist. „Daher ist es begrüßenswert, dass der Gesetzgeber im jüngst verabschiedeten Krankenhausstrukturgesetz Qualitätsaspekte berücksichtigt hat – auch wenn dies aus unserer Sicht nur ein erster Schritt hin zu einer konsequenten Qualitätsausrichtung ist“, so Verheyen weiter. In dem Gesetz werden beispielsweise Ansätze zur qualitätsabhängigen Leistungsvergütung aufgegriffen. Die TK bereitet nach eigenen Angaben schon seit zehn Jahren die Informationen aus den sogenannten strukturierten Qualitätsberichten der Krankenhäuser allgemeinverständlich auf und stellt sie über den TK-Klinikführer online zur Verfügung. Auch würden die Versicherten online bei der Suche nach einem geeigneten Arzt oder Krankenhaus unterstützt.

Versicherte mit dem Gesundheitswesen insgesamt zufrieden
Neben den einzelnen kritischen Aspekten verdeutlicht die aktuelle Umfrage laut Mitteilung der TK auch, dass eine große Mehrheit der gesetzlich Versicherten der medizinischen Versorgung hierzulande insgesamt ein gutes Zeugnis ausstellt. So würden sich 45 Prozent der Versicherten im deutschen Gesundheitswesen „gut versorgt“ fühlen und weitere 35 Prozent sogar „sehr gut“, berichtet die TK. Im Schnitt seien somit vier von fünf Versicherten (80 Prozent) mit dem Gesundheitswesen zufrieden. (fp)